Heddesheim

Heddesheim Bauausschuss tagt am Donnerstag, 22. Oktober

Betrieb will zwei neue Hallen bauen

Ein im nördlichen Teil des Heddesheimer Gewerbegebiets ansässiger Schlossereibetrieb möchte erweitern. Sein Vorhaben, auf dem Grundstück an der Straße Am Bundesbahnhof zwei neue Hallen zu errichten, liegt dem Bauausschuss des Gemeinderats am Donnerstag, 22. Oktober, auf dem Tisch. Das Gremium tagt öffentlich und trifft sich dazu ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Bürgerhauses (3. OG).

Die Erweiterung ist deshalb Thema, weil die Gemeinde ihr Okay zu einer Befreiung geben soll. Denn durch die neuen Hallen würde die laut Bebauungsplan erlaubte Grundflächenzahl (GRZ) deutlich überschritten. Mit einem Wert von 0,4 besagt sie, dass 40 Prozent der Grundstücksfläche überbaut werden dürften. Im konkreten Fall wären das 530 von 1330 Quadratmetern, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht. Etwa 965 Quadratmeter würden jedoch bei einer Erweiterung in Anspruch genommen. Das entspräche einer GRZ von 0,72. Die Verwaltung sieht das nicht als Hindernis. Die GRZ von 0,4 sei „für eine gewerbliche Nutzung ungeeignet“, heißt es. Mit dem Landratsamt als zuständiger Genehmigungsbehörde habe man daher schon vor 35 Jahren vereinbart, Anträge in diesem für Gewerbe und Wohnen vorgesehenen Mischgebiet hinsichtlich der GRZ wie im umliegenden Gewerbegebiet zu beurteilen. Dort dürfen bis zu 80 Prozent der Grundstücksfläche überbaut werden. Dem Vorhaben des Schlossereibetriebs dürfte demnach nichts im Wege stehen.

Bauherr schafft Fakten

Gegen die Vorschriften des Bebauungsplans Fakten geschaffen hat laut Verwaltung ein Bauherr in der Büchnerstraße. Nachträglich beantragt er nun die Genehmigung für eine „übermäßige Überbauung“ seines Grundstücks. Konkret habe er 100 Quadratmeter zu viel versiegelt. „Auch vor dem Hintergrund von Nachahmungseffekten sieht die Verwaltung die beantragte Befreiung kritisch“, heißt es.

Kritisch gesehen hatten die Räte im Mai auch eine Bauvoranfrage über die Erschließung eines Wohnhauses an der Großsachsener Straße. Dazu solle ein Weg genutzt werden, der ursprünglich als Betriebszufahrt genehmigt worden war. Inzwischen hat das Landratsamt eine andere Sicht der Dinge mitgeteilt, daher liegt das Thema erneut vor. Weniger problematisch erscheinen eine Wohnhaus-Aufstockung in der Straße Im Faudenbühl, ein Dachumbau in der Hölderlinstraße und ein Balkon-Neubau im Freiherr-vom-Stein-Weg.