Heddesheim

Heddesheim Ehrenbürger und Alt-Gemeinderat Josef Doll feiert seinen 75. Geburtstag / Fit dank Fahrrad und Schwimmbad

Das E-Bike ist für ihn noch kein Thema

„Ich muss noch den Schraubenzieher weglegen, dann habe ich Zeit für Sie“, sagt Josef Doll und lacht. Gerade will er im Keller etwas umorganisieren, um Ordnung in Familienbestände zu bringen, wie er berichtet. Und damit ist schon nach den ersten Sätzen des Gesprächs klar: Auch ohne seine Ämter als Gemeinde- und Kreisrat wird es dem Ehrenbürger Heddesheims nicht langweilig. Haus und Familie fordern schließlich den tatkräftigen Einsatz des vierfachen Großvaters, der am Sonntag, 10. November, seinen 75. Geburtstag feiert.

Viel Zeit, sich von seinen politischen Ämtern zu entwöhnen, blieb dem Jubilar bislang ohnehin noch nicht. Die Verabschiedung aus dem Gemeinderat – nach 44 Jahren – ist gerade gut vier Monate her. „Mir ist es bis jetzt sehr gut gelungen, die Zeit zu füllen“, erzählt der langjährige CDU-Fraktionschef, den man in den wärmeren Monaten fast täglich auf dem Fahrrad durch Heddesheim radeln sieht. Jedenfalls dann, wenn er damit nicht gerade weit weg unterwegs ist, wie zuletzt mit der Radgruppe in die Partnerregion Nogent-le-Roi, rund 70 Kilometer westlich von Paris. „Wir sind unterwegs zu wunderschönen Plätzen gefahren“, schwärmt der Streckenorganisator. Vier Mal schon hat er die Fahrt zu den französischen Freunden unternommen, und ein Mitfahrer habe schon jetzt wieder angekündigt: „In zehn Jahren fahren wir noch mal.“ Doll wäre dann fast 85. „Ich muss das ja nicht ein fünftes Mal machen“, sagt er schmunzelnd.

„Noch lange vernünftig Rad fahren zu können“: Das wünschte er sich schon zu seinem 65. Geburtstag, und er tut es heute wieder. Wobei „vernünftig“ bei ihm durchaus gleichbedeutend mit sportlich ist, wenn er sich in den Rennradsattel schwingt und etwa im Odenwald zum Weißen Stein hinaufstrampelt. „Es hat Vorteile, wenn man seine körperliche Leistungsfähigkeit erhalten kann“, ist Doll überzeugt. Ein E-Bike ist für ihn daher erst mal kein Thema: „Ich habe dafür noch keine Notwendigkeit gesehen.“ Aber vielleicht kommt das ja, wenn der älteste Enkel den Opa beim Radfahren zunehmend abhängt – was dem Elfjährigen zumindest auf kurzen Strecken schon gelinge.

In den kälteren Wintermonaten verlagert Doll seinen Bewegungsdrang vom Rad ins Hallenbad („Einmal pro Woche am Warmbadetag“) – und auch hier ist er inzwischen derjenige, der seinen Enkelkindern schon mal hinterher schwimmt, wie er lachend erzählt. Besonders die siebenjährige Enkeltochter zeige im Wasser echtes Talent, berichtet der stolze Opa.

In einigen Ämtern aktiv

Neben seinem derzeitigen „Hauptberuf“ als Familienmensch ist der promovierte Informatiker freilich weiterhin im Gemeindeleben aktiv. So gehört er etwa dem Vorstand der örtlichen CDU an und bringt sich in der katholischen Kirchengemeinde als Vorsitzender des Bauvereins sowie als Wahlvorstand für die Pfarrgemeinderatswahl im kommenden Frühjahr ein. Die Arbeit der Kommunalpolitiker im neuen Gemeinderat verfolge er natürlich ebenfalls interessiert – und bisher ohne Wehmut, wie er sagt. „Aber das kommt vielleicht noch“, räumt er ein. agö