Heddesheim

Heddesheim Tiersegnung mit Diakon Tomas Knapp

Den Tieren Gutes gewünscht

„Zunächst bitte ich die Frauchen und Herrchen der Hunde ihre Vierbeiner vorzustellen“, bat Diakon Knapp die Hundebeisitzer zu Beginn der Tiersegnung vor dem Kruzifix auf dem Kirchplatz der St. Remigiuskirche. Martin wird der Harzer Fuchs gerufen, auf den Namen Chippsy hört ein brauner Dalmatiner. Knapp verwies in seiner Ansprache auf Franz von Assisi, dem man ein besonderes Verhältnis zur Schöpfung nachsagt. Kaum ein Heiliger habe bis heute eine solche Anerkennung gefunden wie Franz von Assisi (1181-1226).

„Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers“, zitierte Diakon Knapp den Heiligen. Papst Johannes Paul II. erklärte Franz von Assisi im Jahr 1980 zudem zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie. Der 4. Oktober wird weltweit als Tierschutztag begangen.

Arm wollte es Franz von Assisi, der aus reichem Elternhaus stammte, dem armen Christus gleichtun. Nicht nur den Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und der gesamten Natur wollte er das Evangelium von der Liebe Christi verkündigen. Und mit dieser Botschaft gewann er schon zu Lebzeiten keineswegs nur Freunde. Im Dialog mit den Tierhaltern wurde Knapp bestätigt, dass die Tiere Familienmitglieder sind. „Sie wenden viel Zeit für ihre Tiere auf“, sagte Knapp. Einige Tierfreunde sagten, dass ein Urlaub ohne ihre Vierbeiner nicht vorstellbar sei.

Vor Schlechtem bewahren

„Ihre Tiere benötigen Wärme, Treue und Zuneigung, das spüren sie sehr wohl“, so Knapp. Deshalb sollen ihre Begleiter heute gesegnet werden. „Segnen bedeutet nichts anderes als signieren, etwas Gutes wünschen und darum zu bitten, vor Schlechtem zu bewahren“, erklärte Knapp und verlas „den Sonnengesang“. Das Gebet ist nicht nur eine Hymne auf Gottes gute Schöpfung, sondern fordert die Menschen heraus in unserem Verhalten zur Welt und in der Annahme von Krankheit und Sterben. Nachdem gemeinsamen „Vater Unser“ hatten die Tiere dann die Gelegenheit sich friedlich zu beschnuppern. diko