Heddesheim

Heddesheim Kunstverein zeigt Fotos von Ralf Kuhlen

Die Welt des Wassers wie gemalt

Faszinierende Wasserlandschaften in Thailand, Farbenspiele an der Cote d’ Azur, Nebel über dem Meer vor der Insel Fehmarn: „Tauchen Sie ein in flüssiges Licht“, fordert Bernd Gerstner die rund 50 Gäste der Vernissage der Ausstellung von großformatigen Fotografien des Heidelbergers Ralf Kuhlen auf. Der Vorsitzende des Kunstvereins Heddesheim verspricht dem Publikum im Alten Rathaus „meditatives Staunen“ und „viel Spaß beim Entdecken“.

Auf den ersten Blick sehen die Fotografien aus wie große Gemälde. „Wo haben Sie ihr Atelier?“ wird der Künstler oft gefragt. „Dabei kann ich gar nicht malen, meine Kunstlehrerin in der Schule ist damals fast verzweifelt“, gesteht der 61-Jährige im Gespräch mit dem „MM“. Also hat er sich bereits im Alter von zehn Jahren dem Fotografieren verschrieben, reist durch Europa, Asien und die heimischen Regionen, um mit seiner Kunst wie ein Maler besondere Stimmungen einzufangen. Mit Licht und Schatten sowie einer Nachbearbeitung der Fotos am Computer gelingt ihm dieser besondere Effekt. Außerdem lässt er die großen Bilder auf Leinwand aufziehen, was durch die Struktur der Oberfläche den Eindruck „wie gemalt“ noch verstärkt.

„Wasser hat etwas Faszinierendes“, führt Kunsthistorikerin July Sjöberg bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend in das Werk von Ralf Kuhlen ein. Die Faszination der Meerlandschaften, die Lichtreflexe in Seen, die Spiegelungen in den Flussläufen, lange Zeit sei das Wasser in der Kunstgeschichte kein eigenes Sujet gewesen. Erst in der Romantik und später ganz besonders im Impressionismus hätten Maler dieses Gefühl, ihr subjektives Empfinden für Wasser in ihrer Kunst umgesetzt.

„Und Ralf outet sich hier als Romantiker“, erläutert July Sjöberg die „poetische Welt des Wassers“. Verschiedene Licht- und Farbstimmungen, Landschaften, Uferidylle, Menschen, Tiere und Objekte am oder im Wasser - durch die harmonische Verbindung dieser Elemente kreiert Kuhlen eine magische Bilderwelt. „Es braucht lange, bis so ein Bild entsteht“, berichtet der Künstler, der gerade mit rund 7000 Fotos von einer vierwöchigen Reise aus Indien zurückgekehrt ist. Kuhlen, seit 1988 angestellt bei der Verwaltung der Schlösser und Gärten auf dem Heidelberger Schloss, erzählt, wie eine Fotografie an der Cote d’ Azur entstanden ist, stundenlang habe er, von Mücken zerstochen, auf den richtigen Moment gewartet, um auf den Auslöser an seiner Olympus-Kamera zu drücken. Auch ein Foto auf der Insel Fehmarn sei erst dann im Kasten gewesen, als die Touristen weg waren, Nebel, Dunst, Sonnenlicht und ein kleiner Vogel am späten Abend endlich die richtige Stimmung für eine harmonische Komposition erzeugt hätten.

Die Ausstellung des Kunstvereins Heddesheim „Flüssiges Licht – die poetische Welt des Wassers“ mit Fotografien von Ralf Kuhlen ist bis 8. März jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr im Alten Rathaus der Gemeinde zu sehen. Eintritt frei. Die Bilder können in allen Formaten und Größen bestellt werden.