Heddesheim

Heddesheim Theater am Altmarkt Braunschweig gastiert mit dem Stück „Die Wahrheit über Dinner for One“ im Bürgerhaus

Dieselbe Prozedur – nur anders

Am 8. März 1963 lief der Klassiker „Dinner for One“ erstmals im deutschen Fernsehen. Inzwischen steht er sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Für Millionen deutscher Fernsehzuschauer gehört das Stück des Briten Lauri Wylie zum Silvesterabend wie das Glas Sekt um Mitternacht. In England dagegen ist das Stück weitgehend unbekannt – am Silvesterabend 2018 lief es dort zum ersten Mal im Fernsehen.

Miss Sophie und ihr Butler James flimmern in deutschen Wohnzimmern über die Bildschirme wie die Böller zum Jahreswechsel am Himmel. Und immer wieder kugeln sich die Menschen vor Lachen – „dieselbe Prozedur wie jedes Jahr“ eben. Nicht bekannt hingegen ist, wie die Geschichte überhaupt begann. Das Ensemble vom Theater am Altmarkt aus Braunschweig lüftete dieses Geheimnis jetzt im Heddesheimer Bürgerhaus vor voll besetztem Haus. Manon Straché spielte die Hauptrolle und glänzte als Miss Sophie. Die Magdeburgerin hat in Leipzig an der Schauspielschule studiert. Nach dem Wechsel aus der DDR in den Westen war Heidelberg ihre erste Station. Sie war im Traumschiff zu sehen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Vielfach ausgezeichnete Akteure

Den Butler James stellte im Bürgerhaus Peter Nottmeier dar. Er sagt von sich: „Ich bin auf Kohle geboren und mit Emscherwasser getauft.“ Der Schauspieler stammt aus Wanne-Eickel, der Stadt, die durch ihren Mond so berühmt wurde. Auch Nottmeier verfügt über jahrelange Fernseherfahrung und fühlt sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, sehr wohl. Seine Arbeiten wurden ebenfalls mit Auszeichnungen belohnt. Auf der Bühne war auch Thomas Henninger von Wallersbrunn in der Rolle des Regisseurs zu bewundern. Der Bühnendarsteller gefiel durch sein variantenreiches Spiel und seine Problemen mit dem am Boden liegenden Tigerkopf. Er lieferte einen überzeugenden Auftritt ab. Zum Ensemble gehörten ferner der trinkfreudige Botond von Gaal, als Mister Pommeroy, Ronja Geburzky, als die naive Doris Cooper und Ferdinand Ascher, der den jungen Laurence „James“ Hill gab.

In Heddesheim überzeugte das gesamte Ensemble mit hervorragendem Können, der Szenen-Applaus und der langanhaltende Schlussbeifall waren der verdiente Lohn der zweistündigen Arbeit. Manon Straché glänzte in den Rollen als Schauspielerin May Warden, einem Auftritt als Stewardess, Agentin aus Hollywood und natürlich als Miss Sophie. Peter Nottmeier gab den Butler James mit Bravur.

Mit Witz und Ironie

So lief das Stück kurzweilig mit zahlreichen Pointen bestückt über die Bühne. Heucheleien, Hinterhältigkeiten und gewollte Zufälligkeiten führten zu der Entstehungsgeschichte des weltbekannten TV-Bestsellers. Dem Autor Jan-Ferdinand Haas ist es gelungen, „die Wahrheit über Dinner for One“ mit viel Witz und Ironie vor das eigentliche Hauptstück zu platzieren. Ein Abend, der auch nach Silvester dem Publikum große Freude machte.