Heddesheim

Heddesheim Der Künstler Bernd Gerstner befasst sich nun auch mit dem Thema „Westwall“

Düstere Atmosphäre wird im Bild spürbar

Seine überregionale Bekanntheit verdankt der Künstler Bernd Gerstner vor allem der Beschäftigung mit dem berühmtesten Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs, mit Verdun. Dazu entstanden Bilder, Skulpturen und Installationen. Nun hat der Heddesheimer ein neues Thema für sich entdeckt: den Westwall, eine Verteidigungslinie, die Hitler von 1936 bis 1940 zwischen dem Niederrhein und der Schweizer Grenze auf einer Länge von 630 Kilometern bauen ließ.

Als erstes „Westwallbild“ entstand die Ansicht eines gesprengten Bunkers mit senkrecht stehender Decke auf einem abgelegenen Berg unweit der südpfälzischen Gemeinde Oberotterbach. Es ist unter anderem mit Erde aus diesem Bereich gemalt.

Was fasziniert ihn am Westwall? Bernd Gerstner zögert: „Beim Westwall kann ich meine Gefühle noch nicht so in Worte fassen.“ Beeindruckend findet er das Gebiet, die Berge und die Masse der Bunker. Zu Verdun hat er aber einen ganz anderen Bezug, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass er sich mit diesem Gebiet seit seiner frühesten Jugend befasst: „Dort bin ich emotional ganz anders unterwegs.“

Als vergleichbar mit Verdun empfindet er das Erlebnis der Geschichte am authentischen Ort: „Vielleicht begreift man nur so, was dort geschehen ist.“ Denn auch am südpfälzischen Westwall wurde gekämpft, wenn auch die Dimension der Gefechte im Dezember 1944 und im März 1945 bei weitem nicht an das Gemetzel von Verdun herankommen.

Dutzende Gefallene

Die Kämpfe im Umfeld des Bunkers auf dem Berg haben aber Dutzenden von deutschen und amerikanischen Soldaten das Leben gekostet. Die düstere Atmosphäre des Ortes, die Empfindsame noch heute wahrnehmen, wird in Gerstners Bild spürbar. Die Begehung an einem grauen Wintertag hat bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen: „Ich möchte mehr zum Thema Westwall machen.“ Er könnte sich eine ganze Serie von Arbeiten vorstellen, eventuell auch unter Einbeziehung von Fundstücken. Nach ihrer Fertigstellung möchte Gerstner eine Ausstellung machen, etwa Ende 2020 könnte das sein.

Sein erstes Westall-Bild ist allerdings eventuell früher zu sehen. Denn der Walldorfer Kunstverein widmet dem Heddesheimer im Oktober eine Soloausstellung, die seine neuesten Werke zeigt. Und vielleicht sind bis dahin weitere Teile der geplanten Serie fertig.