Heddesheim

Heddesheim Young Classic Sound Orchestra begeistert 600 Zuhörer auf dem Dorfplatz / Mischung aus Klassik und Musical kommt gut an

Ein Feuerwerk der Farben und Klänge

Mit Jubelrufen und stehendem Applaus haben die Heddesheimer am Samstagabend das Young Classic Sound Orchestra und dessen Sommernachtskonzert unter freiem Himmel gefeiert. Zuvor war ein Feuerwerk der Musik auf der Bühne und ein pyrotechnisches auf dem Dach des benachbarten Rathauses abgefeuert worden.

"Es war ein wunderschöner Abend", formuliert Heddesheims Bürgermeister, als er Sabine Murza vor dem brillanten Finale als Dank einen Blumenstrauß überreicht. Die Sängerin und Moderatorin führt das Publikum auf dem ausverkauften Dorfplatz gleichermaßen charmant und unterhaltsam wie informativ durch das rund zweieinhalbstündige Programm mit einem Repertoire aus Klassik von George Bizet oder Peter Tschaikowski bis hin zu Musicals der Moderne, von Andrew Lloyd Webber.

Mit Herzblut dabei

"Wir freuen uns, dass wir heute wieder hier sein dürfen", sagt Sabine Murza im langen grünen Kleid, und das ist keineswegs so dahergesagt. Immer wieder merkt man den Akteuren auf der Bühne an, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind. Es ist eine Freude, dem Dirigenten dabei zuzuschauen, wie er fast spielerisch und voller rhythmischer Bewegungen die Musiker durch die Partituren schifft. Dass dabei zwischendurch sogar das Pflaster des Dorfplatzes vibriert, ist der Tontechnik zu verdanken, die diesmal deutlich besser arbeitet als vor zwei Jahren.

Die Gemeinde als Veranstalter lernt von Mal zu Mal dazu. Dass sie es überhaupt schafft, ohne eine professionelle Eventagentur ein solches Konzertereignis auf die Beine zu stellen, ist bemerkenswert. Weil sie obendrein Sponsoren wie die Stadtwerke Viernheim, FWD Hausbau und die Eichbaum-Brauerei hat, kann sie den Hörgenuss zu einem annehmbaren Preis anbieten. 22 Euro kostet die Karte, und schon Tage vor dem Konzert ist es restlos ausverkauft.

Mit dem legendären Can Can von Jacques Offenbach schießen die 70 vorwiegend jungen Musiker des Orchesters bereits vor der Pause ein wahres musikalisches Feuerwerk ab und werden dabei vom Publikum frenetisch gefeiert. Kein Wunder, dass der Gassenhauer später bei der Zugabe noch einmal erklingt.

Im zweiten Teil des Abends bestimmen Musicals das Geschehen. Für ihre Darbietung von "Don't cry for me Argentina" aus Evita erntet die Sängerin großen Beifall. Als Brady Swenson dann die "Music of the Night" besingt, hat sich längst die Nacht über Heddesheim gelegt. Sabine Murza verzaubert die Zuhörer - jetzt im langen blauen Kleid - mit einem Titel, den sie schon im Gesangsunterricht gelernt hat, nämlich "I don't know how to love him" von Maria Magdalena aus der Rockoper Jesus Christ Superstar. "Mein Lieblingsmusical", verrät sie.

Als sie wenig später in einem kurzen roten Kleid auf die Bühne zurückkehrt, geht ein Raunen durchs Publikum. "Endlich wieder Beinfreiheit", sagt die Sängerin erleichtert. Mit den Namen John Travolta und Olivia Newton-John leitet sie zum Musical Grease über. Gemeinsam mit Brady Swenson singt sie daraus das Duett Summernights, und auch dafür ernten sie begeisterten Applaus.

"Es ist schön, wenn man auf der Bühne einfach so lieben darf", kündigt Sabine Murza schließlich die erste Zugabe an. "Something stupid", das entlockt einer Zuhörerin in den ersten Reihen spontan ein: "Ach wie schön." Ihre herzerweichende Liebeserklärung krönen Murza und Swenson mit einer Tanzeinlage auf der ohnehin verdammt engen Bühne. Da brandet am Ende wieder Beifall auf.

Can Can im Finale

Blinkende Taschenlampen auf dem Rathausdach lassen die Zuscher erahnen, dass das noch nicht der Höhepunkt war. Der erneute Can Can leitet über zu Musik aus "Fluch der Karibik" und dem furiosen Finale mit Feuerwerk. Diesen Abend werden die Besucher nicht so schell vergessen. "Einfach super", sagt ein restlos begeisterter Frank Röger aus Schriesheim: "Das war eine ganz tolle Veranstaltung, man kann Heddesheim dazu nur beglückwünschen."

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