Heddesheim

Heddesheim Stein an der „Luthereiche“ und Ökumenebank eingeweiht

„Ein schöner Platz ist hier gewachsen“

Archivartikel

Das Wetter hatte sich dem Anlass angepasst, die Sonne lachte vom blauen Himmel bei der Einweihung des Steins an der Luthereiche und der Ökumenebank am Badesee in Heddesheim. Mit dem Lied: „Ein feste Burg ist unser Gott“ eröffnete ein Ensemble des evangelischen Posaunenchors unter der Leitung von Willi Riedel die Zeremonie.

Martin Luther soll diesen Choral 1529 geschrieben haben. Er wollte damit ausdrücken: „Bleibt ehrbar, haltet die Füße still und vertraut allein auf Gott“, so eine der Interpretationen. Neben der Luthereiche, die 2016 gepflanzt wurde, stand zur Feier eine mannsgroße Holzfigur des Reformators. Davor stellte sich Pfarrer Dierk Rafflewski und sagte: „Hier stehe ich“. Einige Meter daneben setzte sich Pfarrerin Franziska Stoellger auf die neue Bank und sprach vergnügt: „Hier sitze ich“.

In einem Dialog erklärten die Pfarrer, warum sie die jeweilige Haltung einnehmen. Rafflewski: „Hier stehe ich im Streit der Welt, vertrete meine Meinung“. Franziska Stoellger: „Hier sitze ich im satten Grün auf einer Wiese am Badesee“. Sie sprachen von dem Ringen nach Erkenntnis einerseits und der Pflege der Gelassenheit andererseits. Einig waren sie sich die beiden, als sie die Besucher herzlich willkommen hießen bei der Luthereiche und der Ökumenebank. „Was für ein schöner Platz ist hier gewachsen“, stellte Pfarrer Dierk Rafflewski fest. Er informierte, dass am Anfang die Idee stand, eine Luthereiche am Reformationstag 2016 im Gemeindebiotop zu pflanzen. Der „Luther“-Baum und die „Ökumene“-Bank sollten aber als solche zu erkennen sein. Deshalb wurde nun vor der Eiche ein Stein gesetzt und auf der Bank ein Schild angebracht.

Gelegenheit zu Gesprächen

Werner Nitsche vom Ökumenekreis erklärte, wie es zur Spende der Bank kam. „Die Veranstaltung ,Von Turm zu Turm’ im letzten Jahr war ein riesiger Erfolg. Der Erlös wurde geteilt, und nun auch für die Bank eingesetzt.“ Nitsche erläuterte: „Die Bank ist kein Zeichen, sich von den Anstrengungen für eine gelebte Kirche auszuruhen.“ Sie solle vielmehr eine Gelegenheit zu gemeinsamen Gesprächen sein. „Hier sollen Kraft und neue Ideen für ein fruchtbares Vorankommen in der Ökumene entstehen“, so Nitsche.

Max als jüngster Gast durfte den Stein enthüllen, der nun auf die Luthereiche hinweist. Nach dem Lied: „Geh aus mein Herz und suche Freud“, nahmen die Besucher Platz an den Tischen, um eine rustikale Vesper getreu dem Motto „Futtern wie bei Luthern“ einzunehmen.