Heddesheim

Heddesheim Chöre und Tanzgruppen aus der französischen Partnergemeinde begeistern das Publikum

Eine wahre Ode an die Freude

„Musik ist die einzige universelle Sprache“, sagte Bruno Bourrier, der Leiter der Musikschule Nogent-le-Roi. Er führte die Delegation aus der französischen Partnergemeinde beim Gemeinschaftskonzert im Bürgerhaus an. Zu Hause übten die Musiker die Stücke getrennt, die einen in Nogent-le-Roi, die anderen in Heddesheim. Erst zwei Tage vor dem Konzert probten sie die Titel zum ersten Mal gemeinsam.

Bürgermeister Michael Kessler begrüßte neben den Gästen aus Frankreich auch den Leiter der Mannheimer Musikschule, Björn Strangmann, der sich von den Leistungen der Musiker einen Eindruck verschaffen wollte. Dora Auer und Yvonne Naijda übersetzten die Grußworte. „Der Austausch der Musiker ist eine tragende Säule und auch ein fester Bestandteil der Partnerschaft“, lobte Kessler die Aktivitäten, die seit 1992 bestehen. Er sieht dieses weitere Treffen in Heddesheim aber auch mit großer Vorfreude auf das 45-jährige Bestehen der Jumelage, das im kommenden Jahr in Nogent-le-Roi gefeiert wird.

Mittel zur Völkerverständigung

Andrés Bertomeu, heute Leiter der Heddesheimer Musikschule, war 1998 noch als Musiklehrer in der Partnergemeinde dabei. „Es ist schon außergewöhnlich, wie intensiv dieser Austausch immer noch funktioniert“, sagte Bartomeu und ergänzte: „Musik ist ein wichtiger Beitrag und ein ideales Medium zur Völkerverständigung.“

Die gute Zusammenarbeit würdigte Bourrier und kündigte eine Premiere an. Zum ersten Mal traten französische Tänzerinnen und ein Tänzer auf, eine Bereicherung des Programms. Das Publikum zeigte sich begeistert von den Auftritten.

„Alla“ sagte Yvonne Naijda und gab den Startschuss zum ersten Teil des Konzerts. Abwechslungsreich und vielfältig war das bunte Programm zusammengestellt. Von Haydn über Beethoven bis zu Elton John und John Lennon reichte die Palette.

Der Heddesheimer Gospelchor Rainbow und der Choeur du Roulebois de Nogent-le-Roi starteten schwungvoll mit Liedern aus der West Side Story. Klavier und Geigenbeiträge von französischen und deutschen Nachwuchskünstlern gefielen den Zuhörern sichtlich. Die Tanzgruppen überzeugten mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Kaffeehaustimmung brachte ein Streicherensemble mit „Tee for two“ auf die Bühne.

Tolle Rhythmen mit mannshohen Stöcken führte das Percussion-Ensemble vor. Das Jazzensemble brachte Werke von Etta James, den Beatles und Joe Zawinul zu Gehör. Eng wurde es auf der Bühne, als das gemeinsame Orchester Platz nahm. Die Musik aus West Side Story gefällt immer, wie am Beifall des Publikums zu hören war. Zum festlichen Abschluss, stellten sich die Chorsänger auf die Seite der Bestuhlung, um mit dem Orchester zusammen die Ode an die Freude zu singen, bei der die Zuhörer zweisprachig einstimmten.

Das Publikum spendete stehend Applaus – Zeichen dafür, wie gelungen dieses zweistündige Konzert war. Beim anschließenden Imbiss und einem kühlen Getränk ging der Gesprächsstoff nicht aus.

„So ein Konzert ist die schönste Art der Zusammenarbeit zweier Gemeinden aus zwei Ländern. Dies dokumentierten die Musiker verschiedener Generationen“, stellte Björn Strangmann fest. „Diese Tradition zwischen den Franzosen und den Deutschen muss weitergeführt werden. Beide Seiten lernen dabei viel fürs Leben.“