Heddesheim

Heddesheim Freizeiteinrichtung lockt im vergangenen Winter fast 77 000 Schlittschuhläufer / Neue Familien-Tickets mehr als 2700 Mal verkauft

Eisbahn erzielt Besucher-Rekord

Archivartikel

Während das Eis auf der Bahn langsam schmilzt, strahlt Eismeister Uwe Menz mit der Sonne um die Wette. Kein Wunder: Die Heddesheimer Freiluft-Kunsteisbahn hat in der vergangenen Saison den bisherigen Rekord aus dem Vorjahr überboten. Exakt 76 806 Besucher lockte die Einrichtung im Winter 2019/2020 an. Das sind fast 8300 mehr als in der Saison davor. Und schon diese markierte mit 67 456 Gästen auf dem Eis einen Höchststand.

Ein Grund dürfte beim Wetter liegen, vermuten Uwe Menz und Rathausmitarbeiterin Sabrina Mayer. „Wir hatten einen warmen Winter“, erklärt der Eismeister. Laut Deutschem Wetterdienst war es der zweitwärmste in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen im Jahr 1881. Und die sonnigen Tage lagen für die Eisbahn besonders günstig, nämlich in den Schulferien.

„In der Weihnachtswoche und der ersten Januar-Woche war wunderschönes Wetter“, erinnert sich Menz. In beiden Wochen kamen jeweils fast 9000 Besucher. Stärkster Tag der Saison war der 29. Dezember: Den letzten Sonntag des Jahres 2019 nutzten 3137 Menschen zum Ausflug auf die Eisbahn. „So einen Tag hatten wir in den vergangenen drei bis vier Jahren nicht“, verrät Sabrina Mayer. Selbst das Eiszauber-Wochenende kam da mit etwa 3100 Gästen über zwei Tage nicht heran.

Bester Monat war in der Saison 2019/2020 der Januar mit insgesamt 29 956 Besuchern – etwa 9000 mehr als im Januar 2019. Erst gegen Ende der Saison ab Mitte Februar versetzte das regnerische Wetter der Lust aufs Eislaufen einen Dämpfer.

Die insgesamt guten Zahlen der Saison spiegeln sich bei der wöchentlichen Eisdisco wider. Die Veranstaltung am 28. Dezember lockte 922 Disco-Fans auf die Eisbahn. „Das war in dieser Saison der Rekord“, erläutert Menz. Sein damaliger Kollege Siegmund Schmitt hatte just an jenem Wochenende seinen letzten Einsatz, seit 1. Januar ist er im Ruhestand. Neuer Eismeister im Team ist Ivo Herschel. Im Durchschnitt lockten die 20 Eisdiscos im vergangenen Winter jeweils 580 Schlittschuhläufer – 120 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Was neben dem Wetter zur guten Resonanz beigetragen haben dürfte, ist nach Einschätzung von Menz und Mayer das neue Angebot der Familien-Tageskarten. Deren Preis von neun Euro rechnet sich ab zwei Erwachsenen (je vier Euro Eintritt) plus Kind (2,50 Euro). Auch wenn das Einzelticket mehr kostete als im Vorjahr (Erwachsene plus 80 Cent, Kinder/Jugendliche plus 30 Cent), konnten also Familien mit mehreren Kindern ein paar Euro sparen. Mehr als 2700 Mal wurde dies genutzt.

Saisonkarte für Jugendliche

Ebenfalls neu und eine Anregung des Jugendvertretergremiums war im vergangenen Winter die Saisonkarte für Kinder und Jugendliche. Sie kostet 45 Euro und ist für junge Stammgäste attraktiv, wenn sie im Schnitt mindestens einmal pro Woche ihre Runden auf dem Eis drehen.

Schlussendlich, vermutet Menz, hat sich wohl auch in der Region herumgesprochen, dass die Eishalle in Viernheim geschlossen und die Heddesheimer Bahn mit Blick auf die Bergstraße eine reizvolle Alternative ist. „Das Ambiente ist schön, es ist immer sauber und ordentlich hier“, macht der Eismeister gern ein wenig Werbung in eigener Sache. „Und die Gemeinde investiert regelmäßig in die Einrichtung“, ergänzt Sabrina Mayer.

So wurde vor Saisonbeginn beispielsweise in der Umkleide die Spindanlage erweitert, es wurden neue Bänke und eine neue Deckenheizung installiert. Keine ganz unwichtige Anschaffung war auch die neue Eismaschine für rund 100 000 Euro. Für den nächsten Winter soll es unter anderem neue – und mehr – Eislaufhilfen geben. Außerdem soll der Ticketkauf dann wie beim Badesee auch auf elektronischem Weg über eine Handy-App möglich sein. „Wir hoffen, dass die Leute damit an den gut besuchten Tagen zu den Stoßzeiten nicht mehr Schlange stehen müssen“, sagt Menz.

Zu den Investitionen kommen die Kosten des laufenden Betriebs, der durch die Einnahmen auch in guten Jahren bei Weitem nicht gedeckt wird. Im Durchschnitt liegt der jährliche Zuschussbedarf der Eisbahn bei rund 300 000 Euro.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels hieß es versehentlich, das letzte Öffnungswochenende sei bereits dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Richtig ist, dass lediglich die Eisdisco entfallen ist. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.