Heddesheim

Heddesheim „MM“-Mitarbeiter und „Asterix-Vater“ Albert Uderzo

Erinnerung an Treffen mit einem genialen Künstler

Seit 1973 komme ich in eine der französischen Partnergemeinden von Heddesheim, nach Faverolles. Seit dieser Zeit besteht eine Freundschaft mit Claudine und Gérard Cirou. 2012 trafen sich die Gemeinden im Kanton Nogent-le-Roi, um das 20-jährige, gemeinsame Musizieren zu feiern. Mit meiner Ehefrau Inge waren wir wieder Gäste bei den Cirous in Faverolles, sieben Kilometer von Nogent-le-Roi entfernt.

Während einer vormittäglichen Spazierfahrt der Herren fuhren wir am Park von Albert Uderzo vorbei, der mit hohen Hecken umzäunt ist. Gérard Cirou fuhr einen Feldweg entlang und gelangte vor ein drei Meter hohes schmiedeeisernes Tor. Dahinter stand der Ausnahmekünstler, der gerade das Tor öffnete. So lernte ich Albert Uderzo kennen und konnte mit Gérards Hilfe, ein kurzes Gespräch mit ihm führen.

Der damals 85-Jährige freute sich, dass seine Comics auch gerne in Deutschland gelesen werden und richtete viele Grüße an die deutschen Freunde aus. Er war auch bereit, sich mit mir fotografieren zu lassen. Einige beeindruckende Persönlichkeiten habe ich in unserem französischen Partnerkanton kennenlernen dürfen, Uderzo gehört dazu.

Als uns unsere Freunde zum 1100-jährigen Bestehen von Heddesheim (2014) uns besuchten, war es für mich klar, einige aus meinem Jahrgang 1946/47 und vier französische Freunde laufen als Gruppe beim Festumzug mit. Thema natürlich: Asterix und Obelix. Es war trotz drückender Hitze in den Kostümen ein unvergessliches Erlebnis. Die größte Überraschung folgte nach dem Umzug. Mein Freund Gérard brachte mir den Band „Asterix und der Kupferkessel“ mit. Albert Uderzo hat es mir geschenkt mit der Widmung: „Pour Dieter Kolb, bien amicalement – Uderzo“ (Für Dieter Kolb mit freundschaftlichen Grüßen –Uderzo).

Nun ist Albert Uderzo im Alter von 92 Jahren in Neuilly-sur-Seine (ein Nachbarort von Faverolles) in seinem Haus friedlich eingeschlafen. Er wünschte sich zu Lebzeiten, dass seine Figuren noch von weiteren Generationen gelesen werden. Sein Wunsch wird wohl in Erfüllung gehen.