Heddesheim

Heddesheim Neubauprojekt an exponierter Lage beginnt Ende September / Kessler erwartet auch mehr Verkehrssicherheit

Erster Bagger am Ärztehaus

Archivartikel

Mit einem ersten Spatenstich haben Projektentwickler, Architekt und Vertreter der Gemeinde Heddesheim gestern den offiziellen Startschuss zum Bau des neuen Ärztehauses gegeben. Bis Ende 2019 soll das Gebäude an markanter Stelle stehen, ab Januar 2020 werden hier dann mehrere Ärzte, eine Apotheke und ein Hörgeräte-Akustiker für die Patienten da sein.

Rund ein halbes Jahr hatte es gedauert, bis die Baugenehmigung des Kreises vorlag. Bis zuletzt waren Änderungen an der Planung nötig, weil diese auch von der Belegung abhängt. Beispiel Orthopäde. Dessen Gerät zur bildgebenden Untersuchung, der sogenannten Magnetresonanztomografie (MRT), wiegt samt seines Magneten rund acht Tonnen, weitere drei Tonnen macht der Käfig aus, der das Gerät abschirmt. Die Konstruktion aus Beton, Stahl und Blei erfordert besondere statische Maßnahmen, die vom ersten Obergeschoss bis in die Tiefgarage reichen.

Für den planenden Architekten Udo Richter aus Heilbronn ist das kein Neuland. Er hat schon etliche solcher Projekte realisiert, unter anderem auch im Hirschberger Ortsteil Großsachsen. „Wir achten auf Nachhaltigkeit“, betont er beim Gespräch mit dem „MM“ auf der Baustelle.

Ziegelstein statt Hartschaum

Dazu zählt es, dass auf Kunststoffe und Weichmacher soweit wie möglich verzichtet wird. So werden die Außenwände aus 36 Zentimeter starken Ziegelsteinen gemauert, die für gutes Raumklima sorgen sollen und ohne einen Vollwärmeschutz mit einer Außenhaut aus Styropor auskommen. Auch eine Luft-Wärme-Pumpe zur Kühlung und in der Übergangszeit zur Beheizung der Räume soll es dort behaglich machen. „So ein Haus riecht ganz anders“, schwärmt Richter.

Doch bevor die Klimaanlage zum ersten Mal kühlen kann, werden noch einige Monate vergehen. Im nächsten Schritt ist erst einmal der Aushub an der Reihe. Ursprünglich sollte der direkt nach dem Spatenstich beginnen. Allerdings muss zunächst einmal die Beschaffenheit des Bodens genauer unter die Lupe genommen werden. Denn wenn die 2000 Kubikmeter Material belastet sind, müssen sie auf speziellen Deponien entsorgt werden. Das ist nicht nur aufwendig, sondern kostet auch zusätzlich Geld. Mitte September sollen die Ergebnisse der Bodenproben vorliegen, spätestens Ende September wird dann gebaggert.

„Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, betont Bürgermeister Michael Kessler. Er verspricht sich von dem Projekt nicht nur eine Sicherung und Verbesserung der ärztlichen Versorgung in seiner Gemeinde, sondern auch eine Aufwertung des Ortsbildes an einer markanten Stelle. „Das war früher keine Vorzeigeecke“, gesteht er.

Mehr Verkehrssicherheit

Außerdem, so unterstreicht Kessler, werde die Verkehrssituation deutlich verbessert. Dank einer neuen Ampel an der Kreuzung können Kinder aus dem Wohngebiet jenseits der Werderstraße ab dem kommenden Jahr auf direktem Wege die Fahrbahn sicher überqueren. Bislang müssen sie an dieser Stelle drei Ampelübergänge nutzen, um sicher Richtung Ortskern zu gelangen.

Info: Mehr Infos unter: morgenweb.de/heddesheim