Heddesheim

Heddesheim Kriminalstatistik für das Jahr 2017 vorgestellt / Zahl der Straftaten leicht gestiegen / Polizei will mehr Präsenz am OEG-Bahnhof zeigen

Fahrraddiebstähle bleiben Thema

Archivartikel

Die Zahl der Straftaten in Heddesheim hat 2017 zugenommen – wie im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Ladenburg. „Dennoch lebt man bei uns sicher“, bilanziert Revierleiter Peter Oechsler. Insgesamt 476 Straftaten weist seine Statistik für Heddesheim im Jahr 2017 aus. Das sind knapp 12 Prozent mehr als im Vorjahr (426). Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner ermittelt die Polizei die sogenannte „Häufigkeitsziffer“, die mit 4184 in Heddesheim klar unter dem Landesschnitt von 5295 liegt.

Hauptverantwortlich für die Zunahme bei den Straftaten im Ort sind die Diebstahldelikte – und hier insbesondere die Fahrraddiebstähle. Dass dieses Thema die Bürger sehr beschäftigt, nahm Oechsler auch aus der jüngsten Gemeinderatssitzung mit, in der er die Zahlen vorstellte. 112 Fahrraddiebstähle wurden 2017 im Ort registriert, das sind 30 mehr als im Vorjahr. Mindestens 30 gehen laut Oechsler indes auf das Konto eines einzigen Täters, der durch die Kollegen im Polizeiposten Heddesheim ermittelt werden konnte.

Die generell große Zahl der abhanden gekommenen Fahrräder führt der Revierleiter auf die OEG-Endhaltestelle zurück. Solche Orte mit größeren Abstellplätzen seien – ebenso wie Schulen – geradezu „prädestiniert“ für derlei Delikte. Heddesheim bilde da keine Ausnahme. Häufig luden auch nicht oder nicht ausreichend gesicherte Fahrräder die Täter regelrecht ein, appelliert Oechsler an die Bürger, nicht auf leicht zu knackende Billig-Schlösser zu setzen. „Seit geraumer Zeit sind wir rund um den OEG-Bahnhof präsenter“, erklärt er, was die Polizei ihrerseits in dieser Sache tut. „Mehrmals am Tag“ sind seinen Angaben zufolge Kollegen – uniformiert oder in zivil – vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen. Ob es hilft, wird man bei der nächsten Statistik sehen.

Weniger Wohnungseinbrüche

Im Bereich der Wohnungseinbrüche jedenfalls vermeldet die Polizei dank ähnlicher Maßnahmen Erfolge. Wie Oechsler darlegt, sank die Zahl dieser Taten in Heddesheim im vergangenen Jahr von 20 auf elf Fälle und damit um 45 Prozent. Im gesamten Bereich des Polizeireviers betrug die Abnahme immerhin noch 7,5 Prozent (von 123 auf 112). Dazu beigetragen haben laut Oechsler vermehrte Streifen – im Auto oder zu Fuß –, teils unterstützt von Kollegen des landesweit tätigen „Polizeipräsidiums Einsatz“.

„Durch die Kontrollaktionen werden auch andere Deliktfelder mit bedient“, sieht Oechsler einen positiven Zusatzeffekt. Heißt: Polizeipräsenz kann neben den Einbrüchen auch andere Straftaten verhindern. Aber eben nicht alle. So haben etwa Sachbeschädigungen an Pkw im vergangenen Jahr auffallend zugenommen. Zählte die Polizei 2016 noch 26 Fälle, waren es im vergangenen Jahr 20 mehr. Ein Kratzer im Lack, eine eingeschlagene Scheibe: „Diese Taten passieren innerhalb von Sekunden“, erklärt Oechsler, warum die Abschreckung durch vermehrte Streifenfahrten hier an Grenzen stößt. Die große Steigerung lasse sich – ähnlich wie bei den Fahrraddiebstählen – größtenteils mit einem ermittelten Serientäter erklären, dem die Polizei mindestens acht der Fälle zuschreibt.

Die Aufklärungsquote bei der Straßenkriminalität, zu der neben zerkratzten oder aufgebrochenen Autos auch Fahrraddiebstähle gehören, ist trotz solcher Ermittlungserfolge mit 13 Prozent vergleichsweise niedrig. Das gilt für das gesamte Gebiet des Polizeipräsidiums Mannheim. Sprich: Fast neun von zehn Fällen bleiben ungeklärt. Betrachtet man jedoch alle Straftaten insgesamt, konnten Oechsler und seine Kollegen in Heddesheim 40,1 Prozent aufklären. Bei den Wohnungseinbrüchen waren es etwas weniger, bei den Rauschgiftdelikten dafür stolze 100 Prozent. Deren absolute Zahl lag mit 16 freilich auch nicht hoch (Mannheim: 3072).

Die Rauschgiftkriminalität zeigt zugleich die Tücken der Statistik auf: So ist die Zahl dieser Delikte in Heddesheim gegenüber dem Vorjahr zwar um fast die Hälfte gesunken. Allerdings war der Wert von 2016 mit 27 auch ungewöhnlich hoch. Wie der Revierleiter erklärt, war seinerzeit ein Drogenhändler im Ort aktiv. Er sei ermittelt und angezeigt worden. „Jetzt liegen wir wieder auf dem Fünf-Jahres-Schnitt“, so Oechsler.