Heddesheim

Heddesheim Spontane Begegnung auf dem Dorfplatz: Eine 40-köpfige Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe erkundet per Liegedreirad die Region

Freiheit genießen auf drei Rädern

Archivartikel

„Radfahren ist eine Bewegung zurück ins Leben, eine lustvolle Mobilität für Körper und Geist“, sagte Klaus Vock aus Darmstadt, als er mit der 40-köpfigen MS-Selbsthilfegruppe auf dem Heddesheimer Dorfplatz eine Pause machte. Vock informierte, dass die Gruppe für eine Woche in der Alexander-von-Humboldt-Schule in Viernheim untergebracht ist.

Die größten Entfernungen legten die Radler aus Freiburg, Ulm und Eckernförde nach Viernheim zurück. „Die Selbsthilfegruppe organisiert jedes Jahr eine „Radfahrlust-Tour.“ Dabei sind Menschen mit neurologischem Handicap, die gemeinsam mit Nichtbetroffenen unterwegs sind“, so Vock.

Die Behinderten fahren dabei auf Spezialrädern, Freunde oder Angehörige auf Standard-Fahrrädern begleiten die Gruppe. Die Radler übernachten in Sporthallen, Schulen und Gemeindehäusern, die Verpflegung wird durch die mitreisende Küchencrew geregelt.

Das Thema Hilfe und Selbsthilfe wird ausgiebig besprochen. Ein Behindertenbus ermöglicht erschöpften Fahrern bei Bedarf das Umsteigen. „Für uns ist das Liegedreirad eine große Erweiterung unseres eingeengten Lebensbereiches. Kein Vergleich mit einem Rollstuhl“, erzählte Vock. Auf dem Dorfplatz wurde gerätselt, für was die großen Scheunen wohl sind.

Dass Heddesheim mal eine bedeutende Tabakbaugemeinde war und erst seit einigen Jahren der Tabak nicht mehr angebaut wird, hörten die Gäste mit Interesse. Sie berichteten mit großer Begeisterung vom Besuch des Vogelparks, der einen großen Eindruck hinterlassen hat. „Die Wege sind so breit, dass wir sogar mit unseren Rädern durchfahren konnten“, lobte ein Teilnehmer. Die Gruppe hofft jetzt auf gutes Wetter, will sie doch noch diese Woche das Weltkulturerbe in Lorsch und auch den Luisenpark in Mannheim besuchen.

„Es war heute ein guter Anfang unserer Tour und ein Stück Freiheit auf drei Rädern, der uns interessante Eindrücke aufzeigte“, sagte Vock bei der Abfahrt vom Dorfplatz. diko