Heddesheim

Neckar-Bergstraße Gespräch mit Edith Sollich und Steffi Fleck vom Gemeindemuseum Heddesheim / Serie „Heimat im Museum“ (Teil 4)

„Für die Jugend ist das ein Geschichtsbuch zum Anfassen“

Auf gleich zwei gemeindeeigene Ausstellungsstätten kann die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Heddesheim (IG) zurückgreifen: Wenn es um landwirtschaftliche Themen geht, steht die Museumsscheune zur Verfügung, für Anderes die Räume im Alten Rathaus. Eine große Bühne also, die aber konzeptionell nur von drei Personen bespielt wird: Edith Sollich, Steffi Fleck und Hubert Kolkhorst.

„Frau Sollich ist unser Dreh- und Angelpunkt“, erklärt Steffi Fleck. „Ich bin meistens die Ansprechpartnerin, wenn Leute etwas abgeben wollen“, erläutert die Angesprochene. „Ich organisiere dann den den Transport, wofür oft mein Mann herhalten muss. Auch wenn es etwas zu reparieren gibt, ist er da.“ Ohne Hilfe von außen läuft eben nichts, meint Steffi Fleck. Dann werden Freunde, Verwandte und auch der Bauhof der Gemeinde aktiviert.

Wenn es um die Vorbereitungen von Ausstellungen geht, ist vor allem das Trio gefragt, der harte Kern sozusagen. Dann kommen auch mal andere der insgesamt zwölf IG-Mitglieder zu Hilfe und natürlich der erwähnte Kreis aus Partnern Familienangehörigen und Freunden. Auch die Gemeinde hilft. Sollich: „Ich kann immer mit meinen Anliegen kommen.“

Mit einer Ausstellung über Tabak erfolgte 2003 die Eröffnung der Museumsscheune, die der ein Jahr zuvor gegründeten IG zur Nutzung überlassen worden war. Das zur Scheune gehörende Haus gehört ebenfalls der Gemeinde und ist vermietet. Aber der Hof darf bei Veranstaltungen genutzt werden.

„Ursprünglich war daran gedacht, dass häufige Wechselausstellungen über Landwirtschaft gemacht werden sollten“, erinnert sich Edith Sollich. In den ersten Jahren klappte das. Die Themen: Tabakanbau, Hackfrüchte, Getreideanbau und „Das Pferd als Nutztier.“

Weitere Ausstellungen finden im Alten Rathaus statt. Da gab es Dokumentationen zu anspruchsvollen Themen zu sehen, so über die beiden Weltkriege, Handwerk in Heddesheim und Wohnen anno 1900. Die Schau „Archäologie in Heddesheim“ stellte besondere Anforderungen an das Team. Zwar übernahmen die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen die Konzeption, doch der Aufwand war für die Ehrenamtlichen trotzdem groß, weil der Aufsichtsdienst gewährleistet sein musste. Edith Sollich: „Da waren wir ziemlich eingespannt, weil die Ausstellung von November 2017 bis Ende März 2018 jeden Sonntag geöffnet war.“

Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung. Also werden bei den monatlichen Treffen Ideen gewälzt. Aktuelles Resultat ist eine Schau, die vor Weihnachten im Alten Rathaus eröffnet werden soll. Sie zeigt Stücke aus einer Heddesheimer Privatsammlung, die unter anderem Handwerksutensilien, Kleider und Nähmaschinen umfasst. Mit vier bis sechs Monaten Vorbereitungszeit rechnen die Ehrenamtlichen. Dazu kommt die Betreuung der Dauerausstellung in der Museumsscheune, die vor allem aus landwirtschaftlichen und handwerklichen Gerätschaften besteht. Steffi Fleck kümmert sich zudem um den Kräutergarten hinter der Scheune. Dort steht auch eine beachtliche Sammlung von alten Grenzsteinen.

Weshalb nehmen die beiden Damen diese Mühen auf sich? Edith Sollich: „Es wäre schade, wenn die Dinge, mit denen unsere Eltern und Großeltern gearbeitet haben, verloren gehen.“ Steffi Fleck: „Ich bin 2014 dazugestoßen. Es hat mir Spaß gemacht zu sehen, wie eine Ausstellung gestaltet wird und wie sie wächst. Für die Jugend ist das ein Geschichtsbuch zum Anfassen.“

Wer an der Mitarbeit in der IG Heimatgeschichte interessiert ist, kann sich an Edith Sollich (06203/43405, edithsollich@yahoo.de), Steffi Fleck (06203/4200-565, steffifleck@aol.com) oder an Hubert Kolkhorst (06203/419 22) wenden.