Heddesheim

Heddesheim Benutzungsgebühren teilweise ausgesetzt

Gemeinde zahlt Vereinen vorzeitig Geld aus

Archivartikel

Während der Corona-Krise leiden nicht nur Betriebe unter finanziellen Einbußen. Auch vielen Vereinen sind Einnahmen aus Veranstaltungen weggebrochen, die gerade im Frühjahr Geld in die Kasse gespült hätten. Im Internet, im Mitteilungsblatt und in einem Schreiben an die Presse werben die Heddesheimer Grünen deshalb um Spenden an die örtlichen Vereine. Die Gemeinde Heddesheim hat bereits Maßnahmen ergriffen, um insbesondere die Liquidität der Vereine kurzfristig zu verbessern, wie Bürgermeister Michael Kessler auf Nachfrage informiert.

So hat die Gemeinde bereits bis zum heutigen Zeitpunkt 80 Prozent der Vereinszuschüsse für das laufende Jahr ausbezahlt. Der übliche Auszahlungstermin liege – nach Rückmeldung der Mitgliedszahlen – in der Mitte des Jahres. Insgesamt handelte es sich demnach um 35 000 Euro. Ebenfalls wurden einmalige Zuschüsse in Höhe von 14 000 Euro an die Vereine ausbezahlt, die sich im vergangenen Jahr beim großen „Dorffeschd“ besonders ehrenamtlich engagiert hatten, wie die Verwaltung schreibt.

Bei Vereinen, die die gemeindlichen Einrichtungen dauerhaft nutzen und angemietet haben, seien die Benutzungsgebühren für März teilweise und für April ganz ausgesetzt worden. Eine Entscheidung über die endgültige Regelung müsse der Gemeinderat noch treffen. Überlegt werde derzeit auch, die Vereine in Veranstaltungen einzubinden – sobald diese wieder möglich sind –, um ihnen auf diese Weise Einnahmen zu ermöglichen. Dazu gebe es bereits erste Gedanken. „Die Gemeinde steht immer im Austausch mit den Vereinen, so dass im Fall eines weiteren Engpasses gegebenenfalls über Einzelhilfen gesprochen werden kann“, versichert Kessler.

Grüne rufen zu Spenden auf

Die Grünen rufen unterdessen in ihrem Appell dazu auf, die Vereine – wo es finanziell möglich ist – auch mit Spenden zu unterstützen. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, habe man den Vogelfreunden – eher symbolische – 50 Euro zukommen lassen, berichtet Günther Heinisch, Grünen-Fraktionschef im Gemeinderat. Man sei sich freilich bewusst, dass auch bei den Bürgern in Zeiten von Kurzarbeit, des geschlossenen eigenen Betriebs oder Geschäfts, das Geld „nicht so locker sitzen“ könne. „Aber vielleicht ist ja das Geld für den ein oder anderen nicht genossenen Backfisch, das nicht geschossene Ei oder das nicht in den Hallen verzehrbare Steak oder Stück Kuchen – nicht zu vergessen die vielen nicht getrunkenen Bierchen – übrig, um den Vereinen über die Runden zu helfen“, heißt es in dem Aufruf.