Heddesheim

Heddesheim Ausstellung von Hartmuth Schweizer eröffnet

Gerstner: „Das sind außergewöhnliche Arbeiten“

Archivartikel

Der gebürtige Pirmasenser Künstler Hartmuth Schweizer zeigt sich bei seiner Ausstellung im Alten Rathaus von Heddesheim als Überzeugungstäter im positiven Sinne. Wenn er über seine Arbeiten spricht, sprudelt die Begeisterung über sein Tun förmlich aus ihm heraus.

Sein Interesse für die Kunst fing mit den wissenschaftlichen Arbeiten seines verstorbenen Bruders an. Das kleine Labor des Mediziners faszinierte Schweizer. Originalteile, die sein Bruder als Student benutzt hat, sind nun im Dachgeschoss des Alten Rathauses zu sehen. „Das sind für mich mehr als Erinnerungsstücke, die mich immer wieder zu neuen, spannenden Installationen und Bildern inspirieren“, klärt Schweizer die Kunstfreunde bei der Vernissage auf.

„Schauen sie sich den Querschnitt des Kleinhirnes eines Menschen an“, sagt der Künstler und verweist auf die Zeichnungen an der Wand, die er mit einem Kugelschreiber angefertigt hat. Auch eine Dose mit skelettierten Bienen und einem Frosch sind zu sehen. Die Natur bietet Schweizer den Stoff für sein Schaffen. Er hat Äste aus Hartriegelbäumen mitgebracht. „Die habe ich nur zusammengestellt. Die sind nicht geklebt oder verschraubt“, so Schweizer. Bernd Gerstner, Vorsitzender des Heddesheimer Kunstvereins meint dazu: „Dies ist für mich das Sinnbild für die Verletzbarkeit der Natur. Sie halten sich gegenseitig“.

Was der Künstler aus Perlonstrümpfen macht, begeistert nicht nur die Damenwelt. „Für mich ist das etwas Geniales“, erklärt Schweizer. Er schneidet die Beine der Strümpfe ab und steckt verzweigte Äste in das Innere. Daraus ergeben sich verschiedene Formen. Mit einem Acrylkleber streicht er über den dünnen Stoff. Die Wirkung ist erstaunlich, das Material wird transparent. Nach dem Schweizer Bienenwachs darüber verteilt, sehen die Gebilde wie ein Kokon oder Knochen aus. „Die Vertiefungen im Material ergeben verschiedene Farbtöne“, erklärt der Künstler.

Der Kunsthistoriker Karl Heinz Treiber aus Hirschberg erläutert bei der Eröffnung die ausgestellten Werken. „Über die Natur der Dinge“, lautet der Titel, er bezieht sich auf das Ziel, die Natur zu beschreiben und zu verstehen. „Schweizer arbeitet vorwiegend mit natürlichen Stoffen, verwendet auch Wellpappe für die künstlerischen Zwecke.“ So werden getrocknete Buchenblätter oder unbehandelte Äste zu Kunstwerken. Ebenso Asphaltfarbe auf Glasplatten oder eben das Bienenwachs, das Schweizer als Gestaltungsmaterial nutzt. „Es ist vielfältig formbar, verletzlich und hitzeempfindlich“, erklärt Treiber. „Das sind schon außergewöhnliche Arbeiten“, findet Kunstvereinsvorsitzender Gerstner. Die Ausstellung ist jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr im Alte Rathaus geöffnet.