Heddesheim

Heddesheim Hauptversammlung mit Satzungsänderung

Grüne bestätigen Vorstand, der künftig länger amtiert

Archivartikel

Der Heddesheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat in seiner jüngsten Jahreshauptversammlung sein Vorstandsteam im Amt bestätigt. Sprecher bleiben Christian Moles und Ulrich Kettner, die Kasse führt Rainer Edinger. Christoph Schäfer bringt sich als Beisitzer ein. Entgegen der bisherigen Gepflogenheiten wird der Vorstand erst in zwei Jahren wieder gewählt. Eine entsprechende Änderung der Satzung wurde ebenfalls in der Sitzung beschlossen.

Fraktionssprecher Günther Heinisch erinnerte an wichtige Themen aus dem Gemeinderat, darunter den Neubau der Unterkunft für Flüchtlinge und Menschen in Not, die Neubauten an der Hans-Thoma-Schule sowie den Umbau der Karl- Drais-Schule. Ebenso kamen die städtebauliche Erneuerung „Ortskern III“ und das Gewerbegebiet am Bundesbahnhof zur Sprache. Brach liegende Gewerbeflächen zu reaktivieren, sei sinnvoll, allerdings stocke das Sanierungsgebiet am Bundesbahnhof, so Heinisch. Hätte man sich vor Jahren für eine kleinteiligere Erweiterung des Gewerbegebiets entschieden, würde man heute dennoch über ausreichend Flächen verfügen, erneuerte er seine Kritik an der „Ansiedlungspolitik“ der Gemeinde.

Während die Fraktion mit ihrem Antrag auf Einstellung eines hauptamtlichen Rathaus-Mitarbeiters für Klimaschutz und Grünflächenmanagement gescheitert war, hatten die fünf Grünen-Räte mit dem Antrag zur Errichtung von Tempo-30-Zonen mehr Erfolg – zumindest für die Werderstraße am Kindergarten sowie die Muckensturmer Straße am Pflegeheim, wie Heinisch erinnerte.

Kritisch blickte er aufs Neubaugebiet „Mitten im Feld II“, wo die Archäologen nach ersten Funden nun noch intensiver suchen würden, was womöglich Kosten verursache. Generell müsse man bei der Entwicklung neuer Flächen auch an die sozialen Folgekosten denken. Kindergärten und Schulen stießen an ihre Kapazitätsgrenzen, wenn immer mehr Familien nach Heddesheim zögen. Zur Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans kritisierte Heinisch, dass alle Entwicklungsflächen aus ökologischer Sicht problematisch seien.

Der Klimaschutz kommt den Grünen in der Gemeinde nach wie vor zu kurz. Positiv sei zwar die Umstellung auf LED in der Straßenbeleuchtung. Allerdings seien noch 80 Prozent der öffentlichen Gebäude vom Gas abhängig: „CO2-Neutralität ist damit nicht zu erreichen.“

Ortsverbandsprecher Christian Moles freute sich über den Erfolg der Fraktion bei den Tempo-30-Zonen, betonte aber, dass man weiterhin ein Auge auf den Verkehr in Heddesheim haben müsse. So sollte man etwa über die Anschaffung von Geschwindigkeitsmessanlagen an neuralgischen Punkten wie der Werder- oder der Ringstraße (an der Karl-Drais-Schule) nachdenken.

Aktiver möchte der Ortsverband bei der Werbung neuer Mitglieder werden. Zwar könne man auf eine treue Wählerschaft bauen, doch sei die Suche nach aktiven Mitgliedern schwierig, so Moles. Bei der Kommunalwahl 2019 sieht er aufgrund der Umfragewerte für die Grünen eine Chance, die bestehenden fünf Sitze im Gemeinderat auszubauen.

Am Kassenbericht von Rainer Edinger hatten Hans Weber und Klaus Schuhmann nichts zu beanstanden, die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig. red