Heddesheim

Heddesheim Karnevalisten stellen neue Prinzessin „Sybille I. vom Lichtbogen“ vor / Inthronisation und Ordensfest am 22. November

„Grumbe“ stehen in den Startlöchern

Archivartikel

Tabak (lateinisch Nicotiana) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Nachtschattengewächse. Im Kurpfälzer Dialekt sind die „Grumbe“ seit altersher das letzte Blatt am Stengel an der Tabakpflanze. Genau da, wo der Tabak besondere Qualität hat. Und „Grumbe“ heißt eben auch der Karnevalsverein in Heddesheim. Die „Hellesema Grumbe“ bestehen schon seit 1996.

Nach Aussage von Ilkay Gramlich, zweite Vorsitzende des Vereins, ist es wichtigstes Ziel der Grumbe, die Heddesheimer Fasnacht „als einer der Höhepunkte in der Geselligkeit der Gemeinde zu etablieren und zur Wahrung des Brauchtums weiter gesellschaftsfähig zu machen“. Am Sonntag lüfteten die „Grumbe“ beim internen Start in die Kampagne 2019/2020 auch das bis dahin gut gehütete Geheimnis der neuen Prinzessin. Denn ein Prinzenpaar wie anderswo üblich, das gibt es bei den „Grumbe“ nur alle elf Jahre, zum närrischen Jubiläum. Und zwei mal elf ergibt nach Adam Riese ein eben solches. Das konnte der 1. Heddesheimer Karnevalsverein „Hellesema Grumbe“ in der vorhergehenden Kampagne feiern.

Karnevalisten haben durchaus Sinn für ungerade Zahlenspiele, aber keineswegs Bedenken wegen der Gleichstellungsquote: Die Grumbe werden fast durchweg von Frauen regiert. Und da es nur in Jubiläumsjahren ein Prinzenpaar gibt, wird die alle Jahre wiederkehrende Regel der Frauenherrschaft auch in dieser Kampagne weitergepflegt.

Hoheit wohnt in Viernheim

Und so ist es mit Sybille Mayer (25) wieder eine junge Frau, mit Wohnort in Viernheim, die sich nach ihrer Inthronisation als ihre Lieblichkeit „Sybille I. vom Lichtbogen“ die Ehre gibt. „Der Lichtbogen, der beim Schweißen entsteht“, so lautete ihre Antwort als des Rätsels Lösung. Die Tränchen der Ergriffenheit ihrer Lieblichkeit bei der ersten Vorstellung berührten wohl alle im Saal. Beruflich als Musterbauerin bei der Evo Bus GmbH tätig, befindet sie sich zudem auf dem Wege zum Abschluss als Meisterin in der Fachrichtung Metall. Das erklärt auch den von ihr gewählten Namen.

Seit 2013 ist sie im Verein als Tänzerin aktiv, seit 2017 im Vorstand als Schriftführerin und im Elferrat. Ihre Hobbys sind Tanzen, mit Freunden treffen, Eishockey schauen. Also Ausdauer, Kommunikation und Emotionalität. Alles Eigenschaften, die sie bei ihrer närrischen Regentschaft wohl brauchen kann. Zwischen 40 und 50 Auftritten erwarten sie in der Kampagne. Worauf sie sich aber schon freut. „Ich möchte viele neue Leute kennenlernen und mit dem eigenen Verein auf Ordensfesten oder meiner Inthronisation sowie auf unserer Prunksitzung viele Erfahrungen und schöne Momente erleben.“ Überhaupt freut sie sich auf die vielen närrischen Gelegenheiten, bei denen sie „ihre Grumbe“ repräsentieren kann. Denn die Fasnacht in der Region, da sind die Grumbe sicher, hat keinesfalls an Anziehungskraft verloren.

Zweiter Programmpunkt des Tages war die „Taufe“ der Anwärter zu neuen Elferräten: Lisa Gramlich, Pascal Kiefer und Marc Hollich waren die Glücklichen, die zeitweise im Konfettiregen untergingen. Die „Grumbe“ sind eine aktive Truppe mit vielen Terminen während einer Kampagne, da braucht es schon ordentlich Personal mit Durchhaltevermögen. Die putzigen Kleinen der Kindergarde in ihren Kostümchen trugen mit ihrer Darbietung ebenso ihr Scherflein zum Gelingen der Veranstaltung bei. Die Gäste im gut besuchten Bürgerhaus dankten es den Kindern mit reichlich Applaus. Der neue Prinzessinnen-Orden wird wohl auch noch rechtzeitig zur Inthronisation fertig sein. Das Motiv ist nach dem Motto der neuen Kampagne gestaltet: Griechenland. Nun fehlt nur der donnernde Narrenruf auf eine gelungene Kampagne: „Grumbe-Ahoi!“

Die Inthronisation der neuen Prinzessin und das Ordenfest finden am Freitag, 22. November, um 19.11 Uhr im Bürgerhaus zu Heddesheim statt.