Heddesheim

Heddesheim Der gelernte Schornsteinfegermeister Holger Badent (CDU) sattelte für die Familie beruflich um

Handball-Fan setzt auf das ganze Team

Archivartikel

Eine dumme Frage vorweg: „Kaufen die Leute mitten im heißen Sommer Kaminöfen?“ Holger Badent lacht. „Ja, klar“, bestätigt der Fachmann: „Ich hab’ auch jetzt zu tun.“ Der nächste Herbst kommt ganz bestimmt.

Wir treffen uns mit dem neuen Gemeinderat der Heddesheimer CDU in den Geschäftsräumen der Kaminbaufirma Greiner an der Unterdorfstraße. Hätte sich Badent vor etwa 20 Jahren anders entschieden, träfen wir ihn heute vielleicht in verrußter Arbeitskleidung statt in sauberen Jeans und Polo-Shirt. Schließlich gehört der 44-Jährige bereits der vierten Generation einer Schornsteinfeger-Familie an. Wie der Urgroßvater, der Großvater, der Vater und schließlich auch der Bruder lernte Holger Badent den Beruf und absolvierte die Meisterschule in Kaiserslautern. Und wurde dann bereits mit Anfang 20 Vater.

„Da kamen Überlegungen auf: Was ist mit der Familie, wenn ich meinen Beruf aus irgendeinem Grund nicht mehr ausüben kann?“ Der junge Vater sattelte um, stieg vom Dach und als Angestellter bei einer Kaminbaufirma ein. Nur wenig später landete er bei seinem heutigen Arbeitgeber, anfangs noch an dessen Firmensitz in Neckarbischofsheim. 17 Jahre ist das her, seit sieben Jahren gibt es die Greiner-Filiale in Heddesheim, die Badent leitet. Dass er dort nun einmal im Monat schon um 17 Uhr abschließt, um zur Sitzung ins Bürgerhaus zu eilen, störe seinen Chef nicht. „Ich kann hier sehr selbstständig arbeiten“, sagt er.

Während Badent von der beruflichen Familientradition eine kleine Abzweigung nahm, behielt er die politische bei. Schon Vater und Großvater waren in der CDU, er selbst trat er vor knapp zehn Jahren dem Gemeindeverband der Partei bei. „Aus politischer Überzeugung“, wie er im Gespräch berichtet.

Im Vereinsleben verwurzelt

Überzeugung war es dann auch, die ihn für den Gemeinderat kandidieren ließ. „Ich bin hier in Heddesheim gut aufgewachsen, jetzt möchte ich mich für die Belange der Gemeinde einsetzen“, sagt der Vater zweier inzwischen erwachsener Kinder (19 und 22 Jahre). Als ihn die Parteifreunde Martin Heinz und Ortsverbandschef Rainer Hege vergangenes Jahr anfragten, ob er sich denn aufstellen lassen würde, sagte er gern zu – diesmal.

Vor sechs Jahren, als die beiden ihn schon einmal für die CDU-Liste gewinnen wollten, hatte er dafür noch keinen Kopf, erzählt Badent. Andere Verpflichtungen lasteten ihn seinerzeit gerade genug aus – Job, Familie und nicht zuletzt der Verein. Viele Heddesheimer kennen ihn vom Handball und wissen um sein Engagement bei den SG-Löwen. Das aktive Spiel habe er zwar schon vor Jahren an den Nagel gehängt, berichtet er. Gleichwohl wirkt er seit Jahrzehnten in diversen Ehrenämtern für die Spielgemeinschaft. Aktuell gehört er zur sportlichen Leitung der Herren. Aber auch zu anderen Vereinen im Ort habe er gute Kontakte, sagt er. Sich für ihre Belange einzusetzen, sei ihm als Gemeinderat wichtig. Beruflich viel im Bauwesen unterwegs, fühlt er sich auch im Bauausschuss genau am richtigen Platz.

Von Wahl überrascht

Dass er gleich im ersten Anlauf in den Gemeinderat gewählt wurde, habe ihn – aller örtlichen Bekanntheit zum Trotz – überrascht und natürlich gefreut: „Ich hatte das nicht unbedingt erwartet.“ Schließlich hätten sich auch andere Kandidaten der Liste im Vorfeld der Wahl stark engagiert – und für die reichte es nicht. Badent nennt Christoph Schumacher als Beispiel. Doch auch ihre Ideen sollen weiterhin gehört werden, berichtet er und setzt dabei – ganz Handballfan – auf die Leistung der ganzen Mannschaft: „Wir wollen einfach ein gutes Team sein.“