Heddesheim

Heddesheim: Kerwe-Auftakt vor dem Rathaus

Mit dem Aufstellen des Kerwebaums hat am Freitag in Heddesheim die Kerwe begonnen. Schon eine Viertelstunde zuvor versammelten sich Dutzende Schaulustiger vor Bürgerhaus und Café Brotzeit, wo sie auf Kerwepfarrer Henrik Fütterer und sein Gefolge warteten. In einem Zug ohne Musik trafen sie schließlich ein und marschierten schnurstracks auf das Alte Rathaus zu, wo bereits alles vorbereitet war. Schnell schoben die Kerweborschte den weißblauen Stamm in die Hülse und richteten ihn wenig später mit vereinten Kräften auf.

Dem Ruf „Wem ghert die Kerwe“ folgte ein lautstarkes „Unser!“ aus den Kehlen der rund 100 Besucher. „Dabei haben wir gar nicht eingeladen“, wunderte sich Fütterer später gegenüber im Gespräch mit dem „MM“ über die große Resonanz. Auch der Bundestagsabgeordnete Karl A. Lamers war unter den Gästen und fand nach einer kurzen Odyssee den richtigen Weg zum Ort des Geschehens. Der Rummelplatz ist nämlich nur über die Rathauskreuzung zu erreichen und rundum abgeschirmt.

In launigen Worten ging der Kerwepfarrer auf die besonderen Umstände dieser Kerwe und ihrer Eröffnung ein: „Ohne Tamtam und Zirkus, schuld daran ein kleiner Virus.“ Gefeiert werde mit Abstand und „Maultäschle“. Man mache das beste draus, und notfalls habe man ja jetzt „ein Super-Duper-Ärztehaus“, scherzte Merkwürden: „Wem do g‘holfe werd, is mir zwar schleierhaft, vielleicht bin ich aa zu unbedarft.“

Liebgewonnene Traditionen wie die Suche nach dem Bräutigam, eine zünftige Hochzeit und eine launige Kerweredd - all das wird es in diesem Jahr allerdings nicht geben. „Das hätten wir nicht kontrollieren können“, erklärt Vorsitzender Klaus Gerstner vom Heimat- und Traditionsverein unter Hinweis auf die Corona-Pandemie und Einschränkungen, die eine Verbreitung des Virus verhindern sollen.

Gleichwohl gibt es ein kleines Fest im Ortskern. Die Schausteller haben dazu einen Vergnügungspark im Herzen des Dorfes aufgestellt, direkt vor dem Rathaus. „Diese ,Kleine Kerwe’ gibt insbesondere den Schaustellern Gelegenheit, Präsenz zu zeigen“, sagt Bürgermeister Michael Kessler und freut sich, dass die von den Corona-Regeln betroffenen Betreiber von Karussell und Co. immerhin einen „Hauch von Kerwe“ verbreiten.

Auf dem abgesperrten Areal auf der Schaafeckstraße stehen Buden und Karussells. Gleichzeitig dürfen maximal 200 Personen auf den Rummel, der in diesem Jahr sogar einen Autoscooter zu bieten hat. Einen eigenen Bereich gibt es auf der Unterdorfstraße zwischen Rathauskreuzung und Feuerwehr auch für den Ausschank von Getränken sowie für den Verkauf von Speisen. Wer sich hinsetzen möchte, findet auf der Straße auch Sitzgelegenheiten. Die Schausteller und die beteiligten Vereine übernehmen die Zugangskontrolle an den jeweiligen Eingängen samt notwendiger Datenerhebung. Wer will, dass das Ganze schneller geht, druckt sich das Kontaktformular von der Internetseite Gemeinde aus und bringt es ausgefüllt mit.

Am Samstag öffnet der Getränkeausschank am Bürgerhaus ab 14 Uhr, und am Sonntag, 18. Oktober, gibt es ebenfalls ab 14 Uhr zudem Kaffee und Kuchen im Gebäude selbst. Die Zahl der Gäste ist auch hier natürlich begrenzt: Maximal 70 Personen dürfen nach Angaben von Sabine Köhler vom Hauptamt gleichzeitig ins Bürgerhaus, 50 in den Großen Saal und 20 in den „Pflug“. Natürlich können immer wieder Besucher nachrücken.

Klassiker wie die Kerwe- und Blaulichtparty oder das große Wellfleischessen in der Nordbadenhallefallen dagegen sicherheitshalber aus. Trotzdem ist auch am Montag die Kerwe noch nicht ganz vorbei: Der Rummel nämlich samstags, sonntags und montags jeweils ab 14 Uhr geöffnet. (mit agö)

Kurzlink zum Kontaktformular: bit.ly/33GR3DP