Heddesheim

Heddesheim Dorffeschd leidet ein wenig unter dem Gewittersturm und der sengenden Sonne

Hitze bringt Asphalt zum Schmelzen

Archivartikel

Ein Blitz, sofort danach der gewaltige Donnerschlag und gleich danach ging der Sturm mit dem Platzregen los. „Wir hatten das Wetter beobachtet, aber damit hatten wir nicht gerechnet“, so Bürgermeister Michael Kessler zu dem Gewitter Samstagnacht. Eine Viertelstunde vor dem offiziellen Veranstaltungsende musste das Heddesheimer Dorffest wegen Sturm und Gewitter abgebrochen werden: „Es war der Horror, alles rannte. Wir waren alle klatsch nass und haben überall geholfen, Menschen und Technik ins Trockene zu bringen.“

Auch Bernd Seifert berichtet von den dramatischen Minuten, als das unerwartete Unwetter losging: „Der Sturm war so heftig, dass es den Regen fast waagerecht in unseren Süßwaren-Verkaufswagen reingedrückt hat. Wir haben dann ganz schnell den Wagen zusammengeklappt. So schnell hatten wir noch nie Schluss gemacht.“ Auch die Verkäuferin vom Waffelwagen berichtet von den dramatischen Augenblicken, als der Sturm losging: „Ich dachte, der Sturm haut mir meinen Wagen um.“

„Wir hatten großes Glück“, so Kessler, dass es schon spät war und nicht mehr so viele Besucher auf dem Fest waren. Danach ging das Aufräumen los. Als einer der letzten Helfer ging Bauhofleiter Wolfgang Unverricht um halb Vier ins Bett. Es wurde eine kurze Nacht für ihn, denn um fünf Uhr ging bei ihm der Alarm los, ein technisches Problem im Hebewerk.

Schäden bleiben aus

Wie groß das Glück bei dem Gewitter tatsächlich war, zeigte sich am nächsten Tag. Um Heddesheim herum hat es mehrere Bäume umgeknickt und größere Äste abgeschlagen. Beim Dorffest jedenfalls gab es glücklicherweise keine Schäden. Nur der Schreck blieb, und das Bedürfnis aller Beteiligten, sich diesen am nächsten Morgen von der Seele zu reden. Der Ökumenische Gottesdienst auf dem Dorfplatz war für viele vielleicht auch ein Dankgottesdienst, jedenfalls blieb nach der Nacht kaum ein Platz unbesetzt.

Die Musikvereinigung Neckarhausen eröffnete musikalisch den zweiten Tag des Festes und appellierte an die Besucher, bei dem Wetter viel zu trinken: Da brannte die Sonne schon unerträglich vom fast wolkenlosen Himmel herunter. Die paar wenigen Plätze im Schatten waren heiß begehrt, so dass es bisweilen unter den wenigen Sonnenschirmen recht kuschelig wurde. Bauhof und Verwaltung reagierten schnell und schafften zusätzliche Zelte herbei: „Wir stellen gerade alles auf, was wir an Schirmen und Zelten bekommen können“, erklärte ein schweißgebadeter Mitarbeiter vom Bauhof.

„Das hältst Du bei der Hitze nicht aus“, sagte Marina Ott, „wir wollten deswegen gerade gehen, da kamen die mit den Zelten. Gott sei dank!“ Für sie ist es das erste Dorffest: „Ich bin neu zugezogen und find das ganz nett hier.“ Denn genau für Leute wie Ott ist das Fest gemacht: „Wir wollen den Neu-Heddesheimern mal zeigen, wie wir feiern können“, so Kessler über das Dorffest. Aber auch alle anderen sind von den Heddesheimern natürlich zum Mitfeiern eingeladen. So, wie etwa Marina Otts Bekannte Gundar Nebel aus Ludwigshafen: „Jetzt, wo es Schatten gibt und ein wenig Wind, ist es richtig schön hier.“

250 Helfer im Einsatz

Bürgermeister Michael Kessler feiert nicht nur mit beim Dorffest, er packt auch selber mit an und unterstützt die Mannschaft. „Ohne die Helfer geht es nicht“, stellte er fest – sein Dank richtet sich an die 250 Helfer, an das Organisations-Team, und an den Bauhof: „Wir sind ein großes Team, nur so geht es.“ Wie wichtig so ein Sonnenschutzzelt ist, zeigte sich an der vor der Bühne im Weindorf: Die metallischen Füße der Bierbänke wurden in der Sonne so heiß, dass sie den Teer und die Farbahnmarkierung zum Schmelzen gebracht hatten. Die Bierbänke und Tische klebten regelrecht auf der Fahrbahndecke fest. Kessler nahm es mit Humor: „Vor einer Woche haben wir hier frisch geteert, jetzt haben wir eine bleibende Erinnerung an das Heddesema Dorffeschd 2019 im Teer.“

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/heddesheim