Heddesheim

Heddesheim Renate Kling wird besonders nachts literarisch kreativ und nimmt dabei auch das Zeitgeschehen aufs Korn

Hobby-Dichterin macht sich ihren Reim auf Corona

Archivartikel

Es ist mit Augenzwinkern geschrieben und hat doch einen ernsten Hintergrund: Passend zur Pandemie hat die 71-jährige Heddesheimerin Renate Kling ein Mundart-Gedicht verfasst, das sie dieser Tage dem „Mannheimer Morgen“ schickte. Es trägt den Titel „Is’ Hamschtern netisch?“ und nimmt die Deutschen und ihr Klopapier aufs Korn.

„Ich mach’ so etwas zwischendurch“, sagt Renate Kling über ihr dichterisches Hobby und ergänzt: „Mal ist es eher nachdenklich, mal lustig und oft auch zeitkritisch.“ Gerade, wenn sie nachts nicht schlafen könne, werde sie literarisch aktiv. So hatte im Jahr 1992 auch alles begonnen, wie sie verrät: „Ich stand vor einer größeren Operation und konnte nicht schlafen.“ Damals entstand das nachdenkliche Gedicht „Die gelb’ Kaard“ über Schicksalsschläge und wie sie die Sicht auf die Dinge verändern. In den folgenden Jahren wuchs Klings Mundart-Gedicht-Sammlung um viele weitere Werke, mit denen sie Freunde, Bekannte oder die Geschwister erfreute. Zwei Mal wirkte sie in den vergangenen Jahren in der Mundart-Matinee im Schreiwer Hais’l Schifferstadt mit. Kling stammt aus der Pfalz und wohnt seit 25 Jahren in Heddesheim.

Neben dem Dichten frönt Sängerbund-Sängerin Kling übrigens noch einem weiteren ausgefallenen Hobby: Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang, der bis zur Pensionierung bei der OEG arbeitete, fährt sie ehrenamtlich die Feldbahn im Mannheimer Technoseum. Klar, dass sie der „klä’ Lok“ auch schon ein paar liebevolle Zeilen angedichtet hat.