Heddesheim

Heddesheim Christine Senger zur neuen Rektorin der Karl-Drais-Gemeinschaftsschule ernannt

„Ich freue mich auf die Arbeit“

Archivartikel

Drei Tage vor dem Schuljahresende stand am Mittwoch das Volleyballturnier der Karl-Drais-Schule an. Doch anstatt zu Spiel und Spaß am Badesee kamen Schüler und Lehrer morgens um acht Uhr zunächst in der Aula zu einem „außerplanmäßigen und wichtigen Termin“ zusammen, wie Konrektor Robert Rodenberg informierte. Gespannt verfolgten die Schüler, wie Rodenberg die neue Rektorin Christine Senger vorstellte, die „heute als Gast kommt und später als Rektorin geht und Teil unserer Schulgemeinschaft wird.“ Und Rodenberg stellte auch Endrik Ebel vom Schulamt Mannheim vor, der „eigentlich nur kommt, wenn etwas Schlimmes passiert ist oder wenn es etwas Wichtiges gibt.“

Es gab in der Tat Wichtiges zu verkünden, wie Ebel ausführte: „Ich habe vom Regierungspräsidium den Brief mit der Ernennungsurkunde bekommen, so dass wir noch vor den Sommerferien die neue Rektorin vorstellen können.“ Ebel erinnerte an den Wechsel des bisherigen Rektors Jens Drescher ans Schulamt und die damit verbundene Vakanz an der Schule. Er lobte das Kollegium, das in dieser außergewöhnlichen Situation ohne Schulleitung so gut weitergearbeitet habe, „als wäre nichts gewesen.“ Dass sich eine Rektorin einer Gemeinschaftsschule auf die vakante Stelle beworben hat, nannte er einen Glücksfall. Senger bringe „eine besonders gute Eignung“ mit, so Ebel. „Noch sind Sie Rektorin der Kerschensteiner Schule, aber gleich ändert sich das“, stellte er fest und überreichte Senger unter viel Applaus ihre Ernennungsurkunde, verbunden mit den besten Wünschen für eine „glückliche Hand und viel Spaß.“

Heimlicher Besuch am Sonntag

„Das ist ein außergewöhnlicher Augenblick, vor euch zu stehen“, sagte die neue Rektorin: „Es ist schön, euch zu sehen!“ Senger zeigte in ihrer Begrüßungsrede ihren bisherigen Werdegang auf und begründete auch ihren Wechsel: „Nach 20 Jahren möchte ich mich neu einbringen.“ Es falle ihr schwer, sich von den lieben und guten Kollegen und Schülern auf der Schönau zu verabschieden, doch „jetzt stehe ich hier und freue mich!“ Senger erzählte die Anekdote, wie sie ihrem Vater ihre neue Schule zeigte und sie an einem Sonntag „wie Diebe“ um die Schule geschlichen seien. „Plötzlich klopfte es hinter einem Fenster und drin saß Rodenberg beim Verfassen von Schulberichten.“

„Ich möchte euch kennenlernen“, sagte Senger insbesondere in Richtung der Schüler und versprach, im neuen Schuljahr öfter mal am Eingang zu stehen und Ansprechpartner zu sein. „Ich werde euch brauchen“, den Appell richtete sie an alle und bat um Unterstützung, bis sie sich in ihrer neuen Schule richtig eingearbeitet habe: „Im Moment weiß ich ja noch nicht mal, wo der Physiksaal ist.“ Den Schülern wünschte sie schöne und erholsame Sommerferien und schickte sie dann endlich zum Volleyballturnier.

„Es ist vollbracht!“, sagte Senger im Anschluss an die kurze Zeremonie im Gespräch mit dieser Zeitung: „Ich bin glücklich, das war ein toller Augenblick. Ich freue mich auf die Arbeit und die anstehenden Aufgaben hier.“ Die Karl-Drais-Schule übernimmt sie frisch renoviert und umgebaut. Die Schule wird stark nachgefragt, regelmäßig müssen Schüler abgewiesen werden mangels Kapazität. „Ich möchte zuerst mal alle kennenlernen, und verstehen wie das System hier funktioniert. Ich werde auch viel fragen, um zu sehen, wie das Kollegium hier denkt“, blickte sie ein wenig auf die nächsten Wochen und Monate.

Ihre neue Schule ist kleiner als ihre bisherige, statt 50 hat sie nun 32 Kollegen, und die Schülerzahl ist mit 340 Schülern auch deutlich kleiner als auf der Schönau. Das sei aber kein Rückschritt in ihrer Laufbahn, wie Senger sagt: Gemeinsam mit den Schülern, den Eltern, und den Lehrern möchte sie die Schule gestalten. „Der Gemeinschaftsschulgedanke kann hier besser realisiert werden.“