Heddesheim

Heddesheim Rund um die Gemeinde werden rund 36 000 Quadratmeter Blühstreifen und Blumenwiesen angelegt

Im Sommer blüht es bunt

Am Feldrand rund um Heddesheim blüht es derzeit wieder bunt. Vor zwei Jahren hatte die Gemeinde entlang verschiedener Äcker Blühstreifen angelegt. Am Verbindungsweg zwischen Großsachsener- und Leutershausener Straße, entlang der Ringstraße und andernorts zeigt sich das farbenfrohe Ergebnis. Nun kommen weitere rund 36 000 Quadratmeter für Wildblumenwiesen und Blühstreifen hinzu. Das entspricht etwa der Größe von fünf Fußballfeldern. Im Auftrag der Gemeinde beginnt der Ilvesheimer Garten- und Landschaftsbaubetrieb Fülbier in diesen Tagen mit der Aussaat.

Zum Ausgleich und fürs Ökokonto

Die Maßnahme solle einen Beitrag leisten zur Verbesserung der biologischen Artenvielfalt und zur Aufwertung der Kulturlandschaft, erklärte Bürgermeister Michael Kessler gestern beim Pressetermin zwischen Ringstraße und Kleingartenanlage. In einer Gabelung zweier Wirtschaftswege, direkt hinter dem Pavillon, liegt dort eine der insgesamt elf Flächen, die zur Einsaat vorbereitet sind. Mit 5000 Quadratmetern ist es die Zweitgrößte, erklärt Christian Pörsch vom Bauamt.

Von den insgesamt rund 36 000 Quadratmetern neuer Blühwiesen und -streifen, die sich rund um die Gemeinde verteilen, dienen etwas mehr als die Hälfte dazu, den Eingriff in die Natur durch das Neubaugebiet Mitten im Feld auszugleichen. Die übrigen Flächen werden als freiwillige Maßnahmen dem Ökokonto der Gemeinde gutgeschrieben. Sie können also zum naturschutzrechtlichen Ausgleich künftiger Baumaßnahmen herangezogen werden.

„Die Neuanlage der Flächen ist eingebettet in unser Biotopvernetzungsprogramm, das wir 2015 aktualisiert haben“, erklärt Kessler. Darunter fielen auch die 2017 geschaffenen Blühstreifen und die Pflanzaktion mit 450 Bäumen. Auf der Basis der Pläne zur Biotopvernetzung seien auch die neuen Flächen und die Art der Anpflanzungen ausgewählt worden. „Das sind sehr hochwertige, auf die Region angepasste Saatgutmischungen“, betont der stellvertretende Bauamtsleiter Christian Pörsch. Zu sehen sein wird von der blühenden Pracht aber frühestens im Juni etwas, erklärt Christian Fülbier vom ausführenden Gartenbaubetrieb. Gemäht werden müsse einmal im Jahr. Der Schnitt werde danach abgeräumt, damit der Bewuchs nicht verfilzt.

Um über die Flächen verfügen zu können, kam der Gemeinde die jüngste Neuverpachtungsrunde zugute. „Es gab Landwirte, die haben ihren Betrieb eingestellt und Äcker an die Gemeinde zurückgegeben“, erklärt Kessler und betont: „Wir mussten niemandem etwas wegnehmen.“ Im Gegenteil habe man durch Umverteilung sogar Wünsche von Landwirten erfüllt.

Die Kosten für die Maßnahme beziffert der Gärtnermeister der Gemeinde, Thomas Foshag, auf rund 25 000 Euro. Zum Einsatz kommen, je nach Fläche, drei verschiedene Saatgut-Zusammensetzungen. Die Mischung Blumenwiese enthält Foshag zufolge Wiesen-Margeriten, Wiesen-Salbei und Kornblumen. In der Feldblumenmischung werden Kornrade, Acker-Ringelblume und Acker-Lichtnelke gesät. „Blühende Landschaft Frühjahr West“ heißt die Mixtur mit Sonnenblumen, Buchweizen und Wilder Malve, die unter anderem hinter dem Pavillon zum Einsatz kommt – sobald der Boden etwas trockener ist.