Heddesheim

Heddesheim Spatenstich für Erschließungsarbeiten Mitten im Feld II / Häuslebauer können voraussichtlich ab Herbst 2020 loslegen

Im zweiten Bauabschnitt rollen jetzt die Bagger

Archivartikel

Die Blicke gingen bang zum Himmel, doch das Gewitter verzog sich rechtzeitig. „Typisch Heddesheim: Wenn es gilt, passt das Wetter“, freute sich Bürgermeister Michael Kessler am Montagnachmittag beim Spatenstich im Neubaugebiet Mitten im Feld. Ab sofort rollen im zweiten Bauabschnitt die Bagger für die rund acht Millionen Euro teuren Erschließungsarbeiten.

Damit beginnt eine weitere wichtige Etappe von vielen, an die Kessler bei dem kleinen Fest am Rand des ersten Bauabschnitts erinnerte. Vor inzwischen elf Jahren hatte der Gemeinderat in einer Klausurtagung die Weichen für die Entwicklung des Gebiets in drei Tranchen gestellt. 2014 wurde der erste Bauabschnitt erschlossen, heute gibt es dort nur noch wenige Baulücken. Bestärkt von der Nachfrage fiel schon 2016 die Entscheidung für weitere acht Hektar, so Kessler. „Bewährtes können wir dabei übernehmen.“ Entsprechend sind auch fast alle Planer und sogar die Baufirma alte Bekannte, denen Kessler für ihre Arbeit ebenso dankte wie dem Gemeinderat und den Mitarbeitern im Rathaus. Mehr noch als im ersten Abschnitt waren aufgrund einer behördlichen Neu-Organisation die Archäologen auf dem Feld zu Gange. „Man hatte das Gefühl, die Bauarbeiten laufen schon seit Monaten“, scherzte Kessler. „Wir hoffen, von den Erkenntnissen profitieren zu können.“ Immerhin kosteten die Ausgrabungen rund 800 000 Euro, die auf die Grundstückseigentümer umgelegt werden müssen.

Insgesamt rund 450 bis 500 Bürger sollen im neuen Bauabschnitt einmal wohnen, darunter auch ältere sowie pflegebedürftige Menschen und solche mit geringem Einkommen. Um die verschiedenen Wohnformen realisieren zu können, hatten die Grundstückseigentümer bei der Umlegung Flächen abgegeben, was Kessler besonders hervorhob. Platz entstand durch die Neuzuteilung auch für ein Nahversorgungszentrum, das in Kreiselnähe entstehen soll. Die Gespräche mit potenziellen Investoren laufen noch, sagte der Bürgermeister auf „MM“-Nachfrage. „Wir sind da zum Glück nicht im Zeitdruck.“

Den hatte Andreas Klaus vom Erschließungsträger GKB in den vergangenen zwei Jahren durchaus. Entsprechend freute er sich nun, den „ambitionierten Zeitplan“ von der Auftragserteilung im Juli 2017 bis zum jetzigen Spatenstich eingehalten zu haben. Die Gemeinde habe daran zielstrebig mitgewirkt und zudem hohe finanzielle Vorleistungen geschultert, betonte er. Die Erschließungskosten liegen laut aktueller Schätzung bei rund 145 Euro pro Quadratmeter. Im Herbst 2020 soll die Abnahme der Arbeiten erfolgen, danach können die ersten Häuslebauer loslegen.

„Freue mich, dass es losgeht“

Der eine oder andere von ihnen verfolgte bereits gespannt den Spatenstich. „Ich freue mich, dass es jetzt losgeht“, sagte eine Ladenburgerin, die lieber anonym bleiben möchte. Im Heddesheimer Neubaugebiet will sie ein Zweifamilienhaus bauen, mit einer seniorengerechten Wohnung für sich selbst und einer weiteren im Obergeschoss zum Vermieten. „Das wird eine Herausforderung und ein Abenteuer – in meinem Alter“, fügte die 60-Jährige an.