Heddesheim

Heddesheim Theater- und Musical-Abend an der Karl-Drais-Schule

In Werkstätten Talente für Auftritt auf der Bühne entwickelt

Archivartikel

„Wer sagt denn, dass das Leben nur einen Beat hat?“ Unter diesem Motto leitete die Karl-Drais-Schule Heddesheim vorsichtig in die Sommerferien über. In seiner kleinen Ansprache anlässlich des Theater- und Musical-Abends legte Konrektor Robert Rodenberg nahe, einen Blick auf das vergangene (Schul-)Jahr zu werfen und sich der Ernte zu erfreuen, die die Schüler untereinander und mit den Lehrkräften erarbeitet haben. Werkstätten bieten, so Rodenberg, einen elementaren Bereich des schulischen Lernens.

Die Karl-Drais-Schule bietet die Möglichkeit, im Schuljahr bis zu neun unterschiedliche Werkstätten zu besuchen. Die Schüler dürfen ihre Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen ausprobieren und vorhandene Talente entwickeln. Werkstätten werden teils von Lehrkräften angeboten, aber auch von externen Jugendbegleitern oder Heddesheimer Vereinen. Das Schuljahr endet und nach dessen hoffentlich positivem Abschluss bietet sich jetzt die Gelegenheit, zurück zu blicken auf das Erreichte, vor allem aber auf die individuellen Entwicklungen der Schüler, führte der Konrektor aus.

Tolles Ergebnis

Das Ergebnis der AGs kann sich sehen und hören lassen, freute sich Rodenberg. Mit den Leiterinnen der Musical-Werkstatt (AG der Klassen 5) sowie der Theater-Werkstatt (AG der Klassen 7), die eine inklusive Werkstatt ist, erarbeiteten die Schüler das Programm für diesen Abend – musikalisch unterstützt von der Band der Drais-Schule. Bei der Musical-AG hatte deren Leiterin Adriana Perna zu Beginn des Schuljahres die Idee, mit den Fünftklässlern in diesem Bereich etwas zu erarbeiten. Nicht auf ihren Vorschlägen basierend entstand auf Wunsch der AGler nach einem eigenen, kleinen Werk.

„Gemeinsam statt einsam“ war hier das konkrete Motto. Im Mittelpunkt steht das allgegenwärtige Thema Mobbing. Szenen wurden gespielt, in denen sich einzelne Schüler hervortaten, Mitschüler schlecht zu behandeln und zu quälen. Schließlich erreichte aber auch diese die Erkenntnis, dass der Sinn des Lebens nicht darin bestehe, andere Menschen abzuwerten, sondern durch Leistung um Anerkennung zu kämpfen. Die beiden „Mobber“ erhielten die besten Schulabschlüsse und wurden jetzt nicht mehr gefürchtet, sondern eher bewundert.

Ein Mädchen vom Land

Beim Stück „Sophie’s Sound System“ geht es um ein Mädchen vom Land, das in einer Band mitspielen möchte. Doch fern der Stadt findet sie keine Möglichkeit. Also sucht sie urbanes Umfeld auf, um schnell festzustellen, dass sie sich sehr verbiegen müsste, um den Vorstellungen der drei Bands, bei denen sie vorstellig wird, zu entsprechen. In der Stadt erwarten die Bands eigene Stile, edle Klamotten und exzentrisches Auftreten. Schnell erkennt Sophie, dass dies nun gar nicht ihr Weg ist. In einem Café trifft sie auf Dana, die dort bedient, eigentlich aber auch viel lieber in einer Band spielen möchte.

Die Beiden beschließen, eine eigene Band zu gründen und am anstehenden Casting für „The Sound of Germany“ anzutreten. Jetzt sind sie es, die über das Wohl und Wehe der Bewerber zu entscheiden haben. Ihr Credo lautet: „Wir wollen Musiker, die die Musik lieben! Nicht irgendwelche schrägen Styles!“ Dass ihre Band am Ende die Sieger des Contests werden, ist klar. Genau so klar ist aber die Botschaft: „Verbiegt Euch nicht. Bleibt ihr, geht euren Weg und macht nicht das, was die Anderen von euch erwarten“.

Mensch und Musiker

Als Sophie schließlich wieder in ihre ländliche Heimat zurückkehrt, ist sie eine kleine Berühmtheit – aber sie ist und bleibt Sophie, der Mensch und Musiker. „Ein Hoch auf uns!“ spielten und sangen – im Chor mit den rund 180 Besuchern – die Fünftklässler völlig zu recht. Auch wenn es sehr, sehr warm war in der Aula der Schule, kaum jemand dürfte sein Kommen bereut haben.