Heddesheim

Heddesheim Arbeiten am neuen Gebäude gehen planmäßig voran / Auftrag für Außengelände nächste Woche im Gemeinderat

Innenausbau der Unterkunft läuft derzeit auf Hochtouren

Im zweiten Obergeschoss haben die Maler schon die Wände tapeziert, der Anstrich folgt noch. Die Handwerker arbeiten sich in der neuen Heddesheimer Sozial- und Flüchtlingsunterkunft von oben nach unten vor. In ungefähr drei Wochen werden die Maler ihr Werk im Erdgeschoss abschließen, schätzt Rolf Morr vom Heddesheimer Bauamt.

„Zeitlich liegen wir voll im Plan“, erklärt er beim Rundgang durch das Gebäude, aus dessen oberem Stockwerk man einen schönen Ausblick auf die Grünfläche rund ums Jugendhaus hat. Der Innenausbau ist weit fortgeschritten – schließlich soll das Haus im März bezugsreif sein. Die Fliesenleger sind mit ihrer Arbeit fast komplett fertig. Die Wände in den Bädern und über den künftigen Küchenzeilen wurden weiß gekachelt, auf den Böden von Wohnräumen und Treppenhaus durchgehend graue Platten verlegt. Darunter verbirgt sich eine Fußbodenheizung, die mit Gas betrieben wird. „Die Bäder bekommen zusätzlich Heizkörper“, erklärt Morr. Solarkollektoren auf dem Gebäudedach unterstützen die Bereitung von Warmwasser.

Dreimal drei Wohnungen

Insgesamt neun Wohnungen entstehen in dem Neubau, je Geschoss drei: eine mit vier, eine mit drei und eine mit zwei Zimmern. Dass selbst Letztere trotz überschaubaren 44 Quadratmetern derzeit größer wirkt, dürfte an den noch fehlenden Türen liegen. Die Schreiner kommen erst, wenn die Maler mit ihrer Arbeit durch sind. Parallel erfolgt die Endmontage von Toiletten, Waschbecken und Duschen.

„Die Elektriker gehen den Malern hinterher“, verweist Morr auf die Löcher in den Wänden, in die noch Steckdosen gesetzt werden. Ende Februar folgt der letzte Arbeitsgang im Innern, die Möblierung und der Einbau der Küchenzeilen. Die Herde müssen mit einer Abschaltautomatik ausgestattet werden, erklärt Morr dazu: „Nach jeweils 15 Minuten muss man sie neu anstellen.“ Beim Bau von Unterkünften gebe es solche Vorgaben, ergänzt er.

Platz zum Abstellen von Kinderwagen ist praktischerweise in einem Raum gleich hinter dem ebenerdigen Hauseingang. Im oberen Geschoss ist an dieser Stelle die Haustechnik untergebracht, während der Raum im ersten Obergeschoss Anschlüsse für je eine Waschmaschine nebst Trockner pro Wohnung bereithält.

Rund 1,7 Millionen Euro kostet die Gemeinde der Neubau – ziemlich genau das, was bei Baubeginn im April 2017 kalkuliert wurde. Böse Überraschungen hatte es bei den Ausschreibungen keine gegeben. Wenn Gewerke mal über der Kostenberechnung landeten, konnten dies an anderer Stelle wieder kompensiert werden.

Innenhof soll erneuert werden

Als letzten größeren Auftrag kann der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 18. Januar, die Tiefbauarbeiten für die Außenanlagen vergeben. Auf der in Richtung Badeseeparkplatz gelegenen Gebäudeseite soll dabei unter anderem ein von Hecken umrandeter Grünbereich entstehen. Die künftigen Erdgeschoss-Bewohner können diesen als kleinen Garten nutzen, den sie direkt von den Wohnungen aus erreichen, erklärt Bauamtsmitarbeiter Morr.

Auf der genüberliegenden Hausseite, wo der Eingang liegt, soll nach einem Vorschlag der Verwaltung der komplette Innenhof zwischen dem neuen und dem alten Gebäude erneuert werden. Dieser sei „durch den Abwasseranschluss in Richtung Westen (...) weitestgehend aufgegraben“ worden, argumentiert die Gemeinde in den Unterlagen zur Ratssitzung. Die Kosten belaufen sich auf etwas mehr als 80 000 Euro, wenn die Räte zustimmen und die Arbeiten wie vorgeschlagen an den günstigsten Bieter vergeben, die Firma Kadner aus Heddesheim.