Heddesheim

Heddesheim Abschiedsfeier an der Rheinstraße / Lehrer wechseln in den Ortskern / Rektorin: Kein Untergang, nur ein Umbau und ein neuer Name

Kepler-Schule: Letzter Tag nach 47 Jahren

Archivartikel

An der Heddesheimer Rheinstraße ist eine Ära beendet: Nach 47 Jahren ist die Johannes-Kepler-Schule (JKS) Geschichte. 1971 erbaut, wurde sie am letzten Tag vor den Sommerferien offiziell geschlossen. Zu diesem Anlass fand sich auch Schulrat Endrik Ebel für eine Abschiedsfeier ein.

Eingeladen hatten Dagmar Knispel-Gottauf und Michaela Cheney, die die JKS im letzten Jahr kommissarisch leiteten. Bürgermeister Michael Kessler wurde von Hauptamtsleiter Julien Christof vertreten. Die Kinder hatten einen Videostreifen gedreht und taten ihre Gefühle zur Schließung der Schule kund. Da war von guten Erinnerungen an Lehrer und Schulkameraden die Rede, vom großen Pausenhof und den tollen Ausflügen. Sie schwärmten von Projekten und stellten ihre Lieblingsplätze vor. Sich selbst sehen sie später als Arzt oder Schauspielerin – und werden alle gerne an die Zeit in der JKS zurückdenken. Schulrat Ebel fand den „geschmeidigen Übergang“ bei der Umwandlung der Schule sehr positiv und dankte dem Schulträger für die gute Zusammenarbeit. Dagmar Knispel-Gottauf verglich die Schule mit einem Dampfer, der nun zu klein sei und nur deshalb weichen müsse. Bekanntlich räumt die JKS das Gebäude, um der wachsenden Karl-Drais-Gemeinschaftsschule Platz zu machen. Alle Heddesheimer Grundschüler werden fortan an der Hans-Thoma-Schule unterrichtet. „Es ist kein Untergang, nur ein Umbau und ein neuer Name“, so Schulleiterin Knispel. Der seit längerem laufende Prozess des Umzugs wurde jetzt mit tatkräftiger Hilfe der Bauhofmitarbeiter und Hausmeister Michael Nägle abschließend umgesetzt.

„Immer mehr Räume besetzt“

Mit den Schülern wechseln auch Lehrkräfte an die Hans-Thoma-Grundschule. Robert Rodenberg, Konrektor der Karl-Drais-Schule, stellte fest: „Niemals habe ich Unfrieden feststellen können. Wir waren diejenigen, die nach und nach in das Schulgebäude kamen und immer mehr Räume besetzten.“ Für die kollegiale Zusammenarbeit dankte Rodenberg seinen Kolleginnen und wünschte für die Zukunft alles Gute.

„Abschied tut weh, zeigt aber auch neue Wege auf“, so drückten Pfarrerin Franziska Stoellger und ihr Kollege Dierk Rafflewski es aus. Sie sind sich sicher, dass das Neue schnell vertraut sein wird und wünschten Gottes Segen. Knispel-Gottauf und Cheney verteilten an die zahlreichen Wegbegleiter kleine Geschenke, auch an die „Kapitänin Hiltrud Rudolf“. Sie war die einzige Frau von fünf Schulleitern in 47 Jahren.

Mit den Ehemaligen hatte es zuvor bereits eine interne Abschiedsfeier gegeben. Roland Raiser, einer der ehemaligen Kepler-Rektoren, kam damit einer Bitte von Bürgermeister Kessler nach und organisierte das Treffen, zu dem er Ex-Lehrer, Hausmeister und Kernzeitbetreuerinnen einlud. Etwa 30 Personen kamen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Bürgermeister Michael Kessler gab einige Anekdoten aus der Vergangenheit zum Besten und Rodenberg zeigte die Entwicklung der Schule auf – von der Grund- und Hauptschule, zur Werkrealschule und nun zur Gemeinschaftsschule.