Heddesheim

Heddesheim Corona-Pandemie zwingt zu erheblichen Abstrichen / Am Montag klingt das kleine Volksfest mitten im Ort aus

Kerwe auf Sparflamme lässt Schausteller aufatmen

Reduziertes Angebot, weniger Besucher und trotzdem ein Erfolg: So lautete das Zwischenfazit am vorletzten Tag der Heddesheimer Kerwe. Dass in Zeiten von Covid-19 vieles anders bis ungewohnt verlaufen würde, konnte niemanden wirklich erstaunen. Deutlich kleiner als sonst war der Raum bemessen, der Besuchern und Schaustellern zur Verfügung stand. Während Letztere auf einem abgesperrten Areal auf der Schaafeckstraße ihre Attraktionen präsentierten, fand sich der Bierstand auf einer separaten Fläche in der angrenzenden Unterdorfstraße.

Um den Bereich zwischen Rathauskreuzung und Feuerwehr zu betreten und die dortigen Sitzgelegenheiten zu nutzen, mussten zunächst ein Kontaktformular ausgefüllt sowie Mund und Nase bedeckt werden. Abstand hieß das Gebot der Stunde. „Trotz Corona geht hier etwas“, resümierte Jean Feix kurz vor Fortsetzung des Rummels am Sonntagnachmittag. Zusammen mit Ehefrau Martina betreibt er den Schießwagen und ist seit langem mit von der Partie, sowohl bei der jährlichen Kerwe als auch beim größeren „Heddesema Dorffeschd“, das zuletzt im Zweijahresrhythmus ausgetragen wurde.

Froh sei man darüber, dass man überhaupt aufmachen durfte, erzählt Feix. So könne man „wenigstens ein paar Einnahmen“ generieren, was für Schausteller unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht einfach sei. Besondere Freude bei Besuchern wie bei Bürgermeister Michael Kessler löste der Umstand aus, dass dieses Jahr ein Autoscooter vertreten war. Das hatte es seit Verlegung der Kerwe in den Ortskern nicht mehr gegeben.

„Lange war nicht klar, ob das alles hier stattfinden kann“, berichtete Achim Schmidt, der das gerade bei Kindern beliebte Fahrgeschäft betreibt und zugleich die „Kleine Kerwe“ im Ganzen verantwortet. Für den Schausteller war es zugleich die letzte Kirmes in diesem Jahr, so dass die abgespeckte Saison für ihn in Heddesheim ihr Ende fand. Dass es mit der „Kerwe mittendrin“ trotz Pandemie funktioniert hat, lag derweil nicht nur am Hygienekonzept. Vielmehr hatte bereits der „Testlauf“ im Sommer auf dem Badeseeparkplatz „gut geklappt“, wie Michael Kessler bekräftigte. Somit konnte man gut gerüstet der Kerwe entgegenfiebern.

Als Wermutstropfen wird dennoch gelten, dass die Kerwetraditionen in diesem Jahr lediglich teilweise mit Leben gefüllt werden konnten. Zwar stellte der Heimat- und Traditionsverein den Kerwebaum am Freitagabend vor dem Alten Rathaus auf, jedoch gab es weder die „Kerweredd“ von „Kerwepfarrer“ Henrik Fütterer noch die Vermählung von Bräutigam und „Kerweschlumbl“ nebst schlussendlicher Verbrennung. Auch die Freunde des Wellfleischs müssen sich diesmal in Verzicht üben. „Das große Essen in der Nordbadenhalle fällt aus“, stellte Michael Badent von den Handballern der SG Heddesheim fest.

Diesmal ohne Wellfleisch

In „normalen Jahren“ ziehe das Wellfleischessen bis zu 1000 hungrige Münder an, weiß Sabine Köhler vom Hauptamt der Gemeinde. Unter den geltenden Hygieneauflagen sei eine solche Zusammenkunft nicht zu stemmen gewesen, auch nicht mit reduzierter Gästezahl. Allenfalls ein kleines Trostpflaster konnte insofern der Verkauf von Kaffee und Kuchen darstellen, den die Spieler der „Löwen“ im Erdgeschoss des Bürgerhauses organisierten. 70 Personen waren dabei zeitgleich zugelassen. Die heißen Würstchen waren nebenan zu erwerben, auch aus den Händen von Thomas Schmid, Mitglied der sportlichen Leitung des Badenligisten.

Eher ein „Hauch von Kerwe“ war die Veranstaltung auch im Blick auf die Anzahl der beteiligten Vereine. Neben den Handballern der SG garantierte der Sängerbund mit seinem Bierausschank jenes Angebot, das auf keinem Rummel fehlen darf. So überwog trotz aller Beschränkungen bei den Besuchern die Zufriedenheit mit einem erneuten Gemeinschaftserlebnis im Ortskern. Die Schausteller zeigten sich dankbar dahingehend, dass die Gemeinde ein derartiges Event ermöglicht hat. Die Kerwe klingt am Montag von 14 bis 20 Uhr aus.

Info: Bericht von der Eröffnung: morgenweb.de/heddesheim

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