Heddesheim

Heddesheim Gemeinde und Interessengemeinschaft Sport feiern zweiten Platz bei „Sterne des Sports“ mit Empfang im Bürgerhaus

Kessler sieht „Blaupause“ für Vereine bundesweit

Archivartikel

„Auch die Bundeskanzlerin kennt jetzt Heddesheim“, freut sich Bürgermeister Michael Kessler. Angela Merkel (CDU) hatte am 20. Januar in Berlin die Interessengemeinschaft Sport Heddesheim (IGSH) mit dem zweiten Platz und lobenden Worten beim Wettbewerb „Sterne des Sports“ ausgezeichnet (wir berichteten). Das wurde jetzt auch in der Gemeinde gefeiert. Zu einem Empfang im Bürgerhaus trafen sich Vertreter der IGSH-Vereine TG, ATB, Fortuna, Tennisclub und Tischtennisclub mit Kommunalpolitikern und regionalen Sport-Funktionären.

Stolz und Zufriedenheit herrschten im Saal. Denn wann kann sich eine kleine Gemeinde schon mal erfolgreich auf sportpolitischer Bühne bundesweit präsentieren? Doch das Konzept der IGSH hat den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) überzeugt, dafür gab’s im Finale der 17 Landessieger einen Preis, verbunden mit 7500 Euro.

Mit der Interessengemeinschaft hat Heddesheim seit 2016 einen professionellen Überbau mit dem hauptamtlichen Geschäftsführer Florian Riegler für die Organisation der fünf Vereine geschaffen – und damit für eine Entlastung der ehrenamtlichen Arbeit gesorgt. Auch kann auf ein Netzwerk von Übungsleitern zurückgegriffen werden.

Finanziell steht die IGSH auf drei Säulen: Die Gemeinde gibt einen Zuschuss, die insgesamt etwa 2600 Vereinsmitglieder leisten ihren Beitrag, und die IGSH erwirtschaftet eigene Einnahmen. Auftraggeber ist beispielsweise die Gemeinde.

Sport und Gesellschaft vernetzen, die Aufgaben bündeln, das Ehrenamt entlasten, so wird unter dem Motto „Wir arbeiten zusammen“ nicht nur die administrative Organisation für die fünf Klubs übernommen. Auch eigene, vereinsübergreifende Sportprojekte werden initiiert. „Vertrauen als Basis. Und das passt“, lautete beim Empfang nicht nur das vorläufige Fazit der Offiziellen, sondern auch vieler Mitglieder im Saal. „Diesmal ist der zweite Platz nicht der erste Verlierer“, würdigte VR-Vorstand Michael Düpmann das Abschneiden der Heddesheimer beim „Sport-Oscar“ für Vereine. Die Volksbank hatte den Wettbewerb und die IGSH auf regionaler Ebene unterstützt.

Neue Angebote in der Pipeline

„Und die Flughöhe ist noch nicht erreicht“, betonte IGSH-Vorsitzender Wolf-Günter Janko. Geschäftsführer Florian Riegler blickte in die Zukunft. Schwerpunkt für 2020 soll eine sportübergreifende Ausbildung werden. „Ein zentrales Projekt soll Kinder im Grundschul- und späten Kindergartenalter in Bewegung bringen“, berichtete Riegler. Aber auch die Aktivitäten bei Erwachsenen mit Gesundheits- und Betriebssport seien ein „offenes Feld“. Neben dem Leiter der IGSH ist die Sportwissenschaftlerin Anne-Therese Sentipali hauptamtlich angestellt. Ab April soll das Team um eine weitere Fachkraft erweitert werden.

„Im Sportzentrum liegt das größte Vermögen der Gemeinde. Da brauchen wir kräftige Nutzer“, sagte der Bürgermeister. Mit der IGSH seien „alle Vereine Gewinner“. Aber auch an den Schulen entwickle sich die Ganztagsbetreuung mit sportlichen Aspekten. „Auch da brauchen wir Professionalität“, betonte Kessler. Das alles „mit viel Herzblut“ zu vermitteln sei die Aufgabe der IGSH und der beteiligten Klubs, aber auch eine Blaupause für Vereine bundesweit. So habe der „Stern des Sports“ bereits Aufmerksamkeit und Interesse in der gesamten Republik erzeugt. Und da in Berlin derzeit ein neues Ehrenamtsgesetz in Arbeit sei, erinnere sich die Bundeskanzlerin bei möglichen Verbesserungen vielleicht an die besondere Initiative Heddesheimer Sportvereine, so hofft der Bürgermeister.