Heddesheim

Heddesheim Vielfältige Aktivitäten im und am Gotteshaus

Kirche will sich auch in der Krise lebendig zeigen

„Den ganzen Tag soll die Kirche offen stehen und dazu einladen, auf verschiedene Weise Verbundenheit zu leben und zu verdeutlichen“, sagt Pfarrer Dierk Rafflewski. Er und seine Kollegin, Pfarrerin Franziska Stoellger, planen vielfältige Aktivitäten, um die Kirche auch während der Corona-Beschränkungen lebendig zu halten.

Einiges davon basiert auf der Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden in Nachbarkommunen. So wird gemeinsam mit Ladenburg, Neckarhausen und Edingen jeden Sonntag per Live-Stream ein Gottesdienst übertragen. Die derzeitigen Rahmenbedingungen erlauben eben noch keine Rückkehr zu ganz „normalen“ Gottesdiensten. Pfarrer Rafflewski weist darauf hin, dass Wechselgebete, Gesang und auch das Abendmahl noch verboten sind.

Gute Erfahrungen wurden mit der Andacht am Haus am Seeweg gemacht (wir berichteten). „Das wurde sehr gut angenommen“, berichten die Pfarrer und planen, da das Pflegeheim nicht betreten werden darf, weitere Andachtsfeiern. Fortgesetzt werden auch das Balkonsingen täglich um 19 Uhr (samstags mit Turmblasen), das Glockenläuten zur häuslichen Andacht um 19.30 Uhr und die Orgelmatineen bei geöffneten Fenstern sonntags um 10 Uhr.

An einer Wäscheleine in der Kirche hängen „Wundertüten“ zum Mitnehmen. Es handelt sich dabei um christliche „Care-Pakete“. In ihnen ist ein Gegenstand oder ein Handlungsvorschlag, der durch ein biblisches Wort und einen Gedankenimpuls begleitet wird, erklärt Vikarin Franziska Beetschen. Die verschiedenen Inhalte sollen verwundern und anregen. „Eigens gestaltete Etiketten an den Tüten zeigen an, für welches Alter der Inhalt gedacht ist“, erklärt Beetschen.

Gut angenommen wird auch die Aktion „Ich war hier“. Dabei hinterlassen die Besucherinnen und Besucher des Gotteshauses an ihrem Sitzplatz einen roten Zettel mit Wünschen und Gedanken, den sie mit einem „Ich-war-hier“-Holzstück beschweren. „Lachende Steine“ laden die Passanten dazu ein, mit Material aus dem Kiesbett um die Kirche lächelnde Gesichter auf das Gesims zu legen. Das soll wiederum andere Passanten zum Lächeln bringen. Die Gesichter können fotografiert und ans Pfarramt geschickt werden.

Schattenbilder der Konfis

Eingeladen wird jeden Freitagabend um 18 Uhr zu einer halbstündigen Andacht zum Wochenschluss. Die Konfis sind aufgefordert, Fotos und/oder Texte zu ihren „Kraftorten in Corona-Zeiten“ ans Pfarramt zu schicken, die in der Kirche ausgestellt werden. Entlang der Empore stehen Schattenbilder der Heddesheimer Künstler Bernd Gerstner und Roland Schmitt mit den Umrissen der Konfirmanden – eine gemeinsame Aktion der Künstler mit den Jugendlichen.

Die beiden Pfarrer wissen, dass die Anliegen von Gemeindegliedern stark variieren. „Um möglichst vielen Rechnung zu tragen, haben wir uns zu diesen Angeboten entschieden“, sagt Dierk Rafflewski und bittet darum, weiterhin Vorsicht walten zu lassen. Es dürften nur Plätze belegt werden, die mit grünen Zetteln markiert sind. „Sind keine markierten Plätze mehr frei, bitten wir um Verständnis, dass ein Besuch der Kirche nicht möglich ist“, sagt Pfarrerin Stoellger.