Heddesheim

Heddesheim Bauern wünschen sich mehr Gehör beim Bürgermeister / Vorstand bleibt im Amt

Landwirte beklagen Verluste durch Hitzesommer

„Ganze elf Vollerwerbsbetriebe mit unterschiedlicher Ausrichtung wirtschaften nur noch auf unserer und den angrenzenden Gemarkungen“, sagt Rupert Bach, der Vorsitzende des Heddesheimer Bauernverbandes. Bei der Generalversammlung im Bühlerhof in Muckensturm konnte er nur wenige positive Aspekte über das vergangene Jahr aufzeigen, das Negative überwog.

Das Wetter machte den Landwirten einen dicken Strich durch die Rechnung. Während der Sommer für die Wasserfreunde am Badesee eine tolle Zeit war, litten die Bauern unter der Rekordhitze. „Das Dilemma war der fehlende Regen“, schilderte Bach die verlustreiche Ernte: „Der Mais und die Zuckerrüben brutzelten in der Sonne regelrecht dahin.“ Die Maisernte habe bereits im August begonnen, um die Verluste zu begrenzen. Doch damit war das Fiasko noch nicht zu Ende: „Die Zuckerrüben hatten kaum eine Chance.“ Ohnehin sei der derzeitige Zuckermarkt durch die Situation in der EU und auf dem Weltmarkt für die Landwirte belastet. „Die Preise sind im Keller“, stellte der Sprecher der Bauern fest und kritisierte: „Die Politik trägt an dieser Situation eine große Schuld. Sie hat ein gut funktionierendes System ausgehebelt, die Marktordnung abgeschafft und auf einen völlig liberalisierenden Markt gesetzt.“ Indien und Thailand überfluteten den Markt mit Zucker. „Der Rübenanbau bzw. die Zuckerproduktion in Deutschland steht auf der Kippe“, befürchtet Bach: „Ich denke, so ein Anbaujahr hat Spuren in der Landwirtschaft hinterlassen.“

Die Grundfuttervorräte, ob Heu oder Silage, gingen mancherorts zur Neige und müssten durch Zukauf teuer ausgeglichen werden, „woher auch immer“. Bach klagte über die pauschalen Angriffe auf die Landwirtschaft und ungleiche Wettbewerbsbedingungen: „Es wird polemisiert, und es werden Ängste geschürt.“

Auch auf der örtlichen Ebene laufe nicht alles rund. Bei der Erstellung des Heddesheimer Leitbilds war der Bauernverband mit eingebunden. Hier wurde erarbeitet und auch festgelegt, dass in Zukunft auf größere Bewirtschaftungseinheiten geachtet werden soll. Dies könne durchaus auch durch Tausch erfolgen. „Es wäre unser Wunsch, dass die Verwaltung im Vorfeld einer Vergabe das Gespräch mit uns sucht, damit unsere Vorschläge berücksichtigt werden können“, hofft Bach auf zukünftige Dialogbereitschaft des Bürgermeisters, um Flickenteppiche zu vermeiden.

Dies gelte auch für das Thema Biotopvernetzung in Heddesheim. Zur Gülleverordnung sagte Bach: „Wir in Heddesheim liegen nicht im Wasserschutzgebiet beziehungsweise Sanierungsgebiet.“ Weiter zitierte er den zuständigen Minister Peter Hauck: „Wäre das Grundwasser überall so gut wie bei uns in Baden-Württemberg, hätte es kein EU-Verfahren gegen Deutschland gegeben.“ Die Kasse des Bauernverbandes ist solide geführt, wie Revisor Andreas Neutard bestätigte. Die Neuwahlen brachten keine Änderungen im Vorstand. diko