Heddesheim

Heddesheim Hans-Thoma-Grundschule gewinnt Preis bei Wettbewerb / Neue Angebote für Spielzimmer

Lerneffekte bei Monopoly-Partie

Seit Beginn des Schuljahres bietet die Hans-Thoma-Grundschule in Heddesheim einen Ganztagsbetrieb für ihre ersten Klassen an. In den kommenden Jahren wird das Angebot auf die jeweils nachfolgenden Jahrgänge ausgeweitet. Ein wichtiger Bestandteil der Nachmittagsbetreuung ist das neu eingerichtete Spielezimmer im Altbau, wo gerade eine Menge neuer Gesellschaftsspiele eingetroffen ist.

Uno, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, Monopoly und viele Geschicklichkeits- und Denkspiele stehen gleich in mehrfacher Ausführung zur Wahl. „Dabei geht es aber nicht nur darum, dass sich die Kinder die Zeit vertreiben, das Spielezimmer erfüllt auch zahlreiche pädagogische Aufgaben, die in vielen Elternhäusern heutzutage nicht mehr geleistet werden“, sieht Rektorin Dagmar Knispel gleich mehrere positive Lerneffekte. Dazu zählen Konzentration auf eine Aufgabe, Kreativität und Sozialverhalten.

„Mit einem tollen Preis belohnt“

Möglich wurden die Anschaffungen durch einen Wettbewerb der bundesweiten Initiative „Spielen macht Schule“, an dem sich die Hans-Thoma-Grundschule beteiligt hat. Mit ihrem Konzept landete sie auf einem der ersten Plätze und durfte sich Spielmaterial im Wert von über 1000 Euro aussuchen.

Die Initiative „Spielen macht Schule“ wurde vom Verein Mehr Zeit für Kinder und dem ZNL Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Initiative, die in diesem Jahr zum 13. Mal ausgeschrieben wurde, von den 16 Kultusministerien. Die Spielwaren wurden von den Mitgliedsunternehmen des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Die Initiative der Schule ist natürlich vorbildlich, und es ist schön, dass die Bemühungen mit einem tollen Preis belohnt wurden. Auch in Heddesheim besteht eine große Nachfrage an Plätzen für die Nachmittagsbetreuung, deshalb ist es wichtig, entsprechende Angebote zu unterbreiten“, freute sich auch Bürgermeister Michael Kessler.

Die Hans-Thoma-Schule hat für den Ganztagesbetrieb mehrere Schwerpunkte gesetzt. Dazu zählen das Rhythmisieren des Tagesablaufs (Lernzeiten werden auf Vor- und Nachmittag verteilt), die Öffnung des Unterrichts durch mehr Planarbeit, der gemeinsame Mittagstisch als pädagogischer Bestandteil des Tagesablaufs sowie ein pädagogisch angeleitetes, breit gefächertes Programm am Nachmittag mit Musik, Spielen, Kochen, Computer, Theater, Kreatives, Handball, Fußball, Natur, Tanzen und die Pflege des Schulgartens. Hintergrund des Projektes der Initiative „Spielen macht Schule“ sind Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Sie zeigen, dass aktive Erfahrungen, wie sie das klassische Spielzeug bietet, förderlicher sind als die passive Erfahrungsvermittlung, wie sie durch das Fernsehen stattfindet.

Schon Grundschulkinder sind dem ständig wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Internet, PC-Spielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, blieben dabei auf der Strecke.