Heddesheim

Heddesheim Bastelkreis der evangelischen Kirche seit 40 Jahren für den guten Zweck im Einsatz / Am Samstag großer Adventsverkauf / Ab 2020 ohne Grünschmuck

Letzte Chance auf frische Kranz-Unikate

Archivartikel

Seit 40 Jahren gibt es den Bastelkreis der evangelischen Kirchengemeinde Heddesheim schon, und ebenso lange können sich die Besucher des Adventsbasars an den hübschen Dingen erfreuen, die die fleißigen Damen das ganze Jahr über erschaffen. Das soll sich auch künftig nicht ändern, verspricht Organisatorin Sieglinde Laub. Gleichwohl kündigt die 76-Jährige einen Einschnitt an: „Die Kranzbinderei machen wir in diesem Jahr zum letzten Mal.“

Am Samstag, 30. November, kommen die von den Bastelfrauen und ihren Helferinnen frisch angefertigten Prachtstücke noch einmal auf die Verkaufstische im weihnachtlich dekorierten evangelischen Gemeindehaus. Die selbst gebundenen Tür- und Tischkränze sowie Gestecke, die seit vielen Jahren in den Tagen vor dem ersten Adventswochenende entstehen, sind immer schnell vergriffen.

Helfer werden weniger

Ob festlich geschmückt oder als Rohling zum Selbstdekorieren: Die grünen Unikate aus der Werkstatt der Frauen haben viele treue Abnehmer – an der Nachfrage liegt es also nicht. „Aber es wird immer schwieriger, genügend Helferinnen zu finden“, bedauert Sieglinde Laub, die in der Woche vor dem Verkauf selbst von früh bis spät im Einsatz ist. Auch die Grünschnitt-Spenden seien weniger geworden. „Die Leute werden älter und schaffen ihre Gartenarbeit nicht mehr selbst“, vermutet sie. Nach 40 Jahren Adventsverkauf sei jetzt ein guter Zeitpunkt, um einen Schnitt zu machen.

Auch der Bastelkreis selbst, der sich jede Woche montags ab 17 Uhr im ersten OG des Gemeindehauses trifft, sei altersbedingt geschrumpft. Umso mehr freut sich Laub über jede neue Mitstreiterin. Dazu gehört nun auch Gisela Eckel. Die Heddesheimerin macht sich schon seit Jahren um die weihnachtliche Dekoration im Gemeindesaal verdient, wie man auch in diesen Tagen wieder bewundern kann. „Sie ist mir eine große Hilfe“, schwärmt Laub. Als neuer Aktivposten der Bastel-Treffen habe Eckel schon jede Menge tolle Ideen beigesteuert, die am Samstag auch den Adventsverkauf bereichern. „Wir haben viel Neues“, strahlt die Organisatorin und zeigt auf die mit Deko- und Geschenkartikeln prall gefüllten Ablageflächen. Von filigranen Anhängern und kreativen Verpackungen für Geld- oder Gutschein-Geschenke über schmucke Hauben für Flaschen bis hin zum leuchtenden Tischschmuck in Form großer Engel ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei. Nicht zu vergessen die wärmenden Stricksocken oder bunten Topflappen jener Bastelfrauen, die sich der Arbeit mit Nadel und Wolle verschrieben haben. Kulinarisch abgerundet wird der Verkauf mit selbst gemachten Plätzchen oder Marmeladen, für deren Spende Laub schon jetzt herzlich dankt.

Der Reinerlös des Adventsbasars soll der Sanierung der Kirchturmuhr zugutekommen, kündigt sie an und hofft auf viele Abnehmer, die sich im Gemeindesaal von 11 bis 16 Uhr auch Kaffee, Kuchen, Glühwein und Waffeln schmecken lassen können. Seit 1993 führt die Organisatorin Buch über die Einnahmen der Veranstaltung, und das Ergebnis lässt aufhorchen: Rund 100 000 Euro haben die Frauen demnach schon für Projekte der Kirchengemeinde erarbeitet. (Mit-)Finanziert wurden davon Sitzkissen für die Kirchenbänke, Paramente für Altar und Kanzel, die Küchenausstattung im neuen Gemeindehaus und zuletzt eine Bank auf dem Außengelände.