Heddesheim

Heddesheim Mitglieder des Kunstvereins tragen Geschichten zu Halloween vor

Literarische Grusel-Reise

Wenn überall in den Vorgärten schaurig-schöne Kürbisse aufgestellt werden und gruselige Gestalten durch die Dunkelheit huschen, dann bewegen sich die Menschen zwischen Halloween und Allerheiligen, zwischen christlichen und keltischen Kulturen oder auch in der Zwischenwelt. Mit Halloween geht das keltische Jahr zu Ende. Die Kelten feiern mit großen Feuern den Abschied vom Sommer und gleichzeitig erhellen sie die Dunkelheit des Winters.

Rund um Halloween ranken sich viele Geschichten, keine davon ist lustig. Ob aus Aberglaube, Angst, Sünden oder Schuldgefühlen den Toten gegenüber ist nicht mehr nachvollziehbar. Jedenfalls versuchte man in der Vergangenheit die Widergänger, wie man auch die Untoten bezeichnete, entweder milde zu stimmen, indem man Köstlichkeiten vor die Tür stellte oder man verkleidete sich derart gruselig, dass die Untoten fernblieben.

Die Literaturgruppe des Kunstvereins Heddesheim hatte zu ihrer Matineé „Draculas Schwestern“ schaurige Geschichten gefunden. Die Zuschauer durften sich auf eine literarisch-musikalische Reise freuen. Passend zum Thema hatten sich auch alle Damen dunkel angezogen. An der einen oder anderen Stelle konnte man auf ihrer Kleidung sogar noch ein paar Spinnweben entdecken.

Musikalisch umrahmt wurde die Matineé vom Madeleine Schumacher, die mit ihrer Musik auf einer keltischen Harfe die Besucher begeisterte. Eva Martin-Schneider startete die Veranstaltung mit einer Geschichte über den irischen Bösewicht Jack, der einen Pakt mit dem Teufel einging und somit auch kein glückliches Ende fand. Die Geschichten wurden von den einzelnen Mitgliedern der Literaturgruppe sehr ausdrucksstark vorgetragen.

Die vielen düsteren und schaurigen Vorträge erzeugten eine Gänsehaut beim Publikum. Zudem übernahm Eva Martin-Schneider noch die Rolle der Klangkünstlerin. Als Heide Raiser die Geschichte vom Knaben im Moor vorlas, erweckte sie mit ihrer Zugflöte die Nebelschwaden regelrecht zum Leben.

Kerzen und Spinnweben

In der Scheune waren überall Kerzen aufgestellt und Spinnweben wirkungsvoll verteilt worden. Zusätzlich illuminierte Michael Gregan die Scheune sehr stimmungsvoll. Obwohl der ehemalige Kuhstall beheizt war, machte sich doch Eiseskälte breit. Geister, Gespenster, gruselige Gestalten, Glockenschläge und Schreie um Mitternacht, dazu düstere Klänge und immer wieder Blut, Tod und Finsternis. In jeder Geschichte war eine andere Schwere zu spüren. Die Lieder, die Madeleine Schumacher vortrug, untermalten diese dunkle Stimmung.

Das Publikum lauschte gebannt den dramatisch vorgetragenen Geschichten und zuckte immer wieder zusammen, wenn Eva Martin-Schneider ein irres Lachen ausstieß oder unvermutet Glockenschläge erklingen ließ. Die Gäste waren begeistert und sparten auch nicht mit Beifall. Schließlich konnten sie die Matineé noch bei einem Gläschen Sekt oder einem Glühwein ausklingen lassen.