Heddesheim

Heddesheim Katholische Kirchengemeinde zieht positives Fazit nach Briefaktion / Mut machende Worte können Veränderungen anstoßen

Mehr als 140 Grüße an einsame Menschen

„Mit der Wirkung hatte ich wirklich nicht gerechnet“, sagte Diakon Tomas Knapp, nachdem er nun Bilanz nach der Aktion „Schreib mir bitte“ gezogen hat. Mehr als 140 Briefe und Karten kamen während der Adventszeit beim Gemeindeteam der katholischen Kirchengemeinde St. Remigius in Heddesheim an. Die Idee, Menschen in der Corona-Krise, unabhängig von Religion und Konfession mit einem Hoffnungszeichen durch einen netten Brief und Gruß zu erfreuen, fand großen Anklang (der „MM“ berichtete).

Besonders an einsame Senioren und auch leidtragende Mitmenschen wurden die Briefe durch das Pfarrbüro weitergeleitet. Darüber hinaus gingen auch Weihnachtsgrüße an Patienten in der GRN-Klinik Weinheim, die über die Feiertage und ohne Angehörigen ausharren mussten. Der Initiator der Aktion, Diakon Tomas Knapp, war beeindruckt von den oftmals spontanen, positiven Rückmeldungen, die er erhielt. „Die Botschaft, dass wir besonders von der Pandemie betroffene Menschen nicht vergessen haben, kam gut an“, sagt er und verweist auf Karten und Anrufe: „Es zeigt, wie sensibel und angespannt viele Menschen aktuell sind.“

Kernbotschaft Hoffnung

Knapp weiß, wie durch ein wenig Freundlichkeit und ein paar Mut machende Worte Veränderungen angestoßen werden können. So wie von Hubert Kolkhorst, der als passionierter Verfasser von Texten gerne die Gelegenheit wahrnahm, um über 20 handgeschriebene Briefe zu schreiben. Er meint: „Die Bedeutung des Wortes Hoffnung ist eine Kernbotschaft der Aktion.“ Ihm wurde dies beim Schreiben bewusst, und er hat dieses Gefühl ganz persönlich verinnerlicht. Eine ehrenamtliche Begleiterin von Bewohnern im Haus am Seeweg sagt: „Jetzt habe ich wenigstens die Chance, meinen Lieben auf diesem Wege nahe zu sein – trotz des Abstandsgebots.“ Der Autor dieser Zeilen verfasste Grußkarten mit Mundarttexten und verwendete aus seinem Fotoarchiv Aufnahmen von den Heddesheimer Kirchen und dem Alten Rathaus. Die Karl-Drais-Schüler mit ihrer Rektorin Christine Senger und die Hans-Thoma-Grundschüler mit der Rektorin Dagmar Knispel-Gottauf verfassten Briefe und bastelten Grußkarten für Senioren.

Aus Liebe heraus

„Meistens sind es die einfachen und leicht übersehbaren Dinge, die einen bleibenden Wert besitzen, wenn sie aus Liebe heraus geschehen“, meint Knapp. Die Grußkarte einer Seniorin beweist dies. „Die Karte mit dem schönen Foto hat mich sehr gefreut“, schreibt darauf eine Heddesheimerin.