Heddesheim

Heddesheim/Ladenburg Vorläufige Bilanzen der Gemeinde-Visitationen in evangelischen Kirchengemeinden

Mehr Angebote für Neubürger machen

„Das Wichtigste zuerst: Es ist alles in Ordnung in der Kirchengemeinde Heddesheim“, stellte Sabine Bayreuther fest und sagte: „Wir konnten feststellen, wie es hier läuft, wie die Finanzen aussehen, die Gebäudesituation sich darstellt und können nur loben.“

Die Schuldekanin war als Visitatorin in der evangelischen Kirchengemeinde und zog ein Resümee ihres Besuchs bei der Gemeindeversammlung, die von Rosemarie Röth geleitet wurde; die Visitation, erklärte Bayreuther, solle die Gemeinden stärken und die regionale Zusammenarbeit fördern. Visitationen sind ein alter Brauch in der Kirche, gehen sogar zurück auf den Apostel Paulus und haben zum Ziel, sich in einer Kirchengemeinde umzusehen. Der aktuelle Besuch fand zeitgleich in Ladenburg stattfindet, wo auch der Abschlussgottesdienst nächsten Sonntag abgehalten wird.

„Ihre Gemeinde ist entspannt und sehr lebendig“, fuhr Bayreuther fort, „das hat auch der Gottesdienst mit der Vorstellung der neunen Konfirmanden gezeigt.“ Lediglich der Rückgang der Mitglieder seit dem Jahr 2000 machte ihr große Sorgen. „Immerhin 1000 Gemeindemitglieder gibt es seit der Jahrhundertwende weniger“, informierte die Schuldekanin. Sie erklärte, dass dies mit dem Um- und Wegzug aus der Gemeinde und mit den Todesfällen zu tun hat. „Die wenigsten sind aus der Kirche ausgetreten“, sagte sie. Nun leben 3780 evangelische Bürger in Heddesheim.

„Hier läuft es richtig gut, die Pfarrer Franziska Stoellger und Dierk Rafflewsi arbeiten vorbildlich zusammen. Die Finanzen sind in Ordnung, und es ist vorausschauendes und verantwortliches Handeln festzustellen“, so die Visitatorin. Sie lobte auch die Gründung des Elternchors der Konfirmanden. „Eine ganz tolle Initiative“.

Positives sagte die Schuldekanin auch über die einzelnen Gruppen, die innerhalb der Gemeinde aktiv sind. Aus der Versammlung heraus wurde angeregt, besondere Gottesdienste für neu zugezogene Einwohner oder auch einen Neujahrsempfang anzubieten. Kirchengemeinderat Rainer Hege merkte an, zahlreiche Neubürger, die in Heddesheim bauen, seien konfessionslos, um Kirchensteuer zu sparen.

Dauerthema Gemeindehaus

Pfarrer Dierk Rafflewski berichtete, dass auf 70 Todesfälle nur 20 Taufen kommen. Die Referentin ermutigte die Zuhörer, mit Freude an die gestellten Aufgaben zu gehen und informierte, dass die Kirchenbehörden Milieuforschung betreiben und sich so des Themas angenommen haben. Rafflewski ging auf die Wahlen der zwölf Kirchengemeinderäte ein: „Wenn Sie Vorschläge haben, sind wir gerne bereit, Interessenten zu informieren und zu beraten“. Der Geistliche hoffte schließlich auch, dass die Sanierung der Kirche Fortschritte macht. Am meisten werde die Kirchenuhr vermisst. Röth konnte die Sitzung nach so viel Lob mit einem guten Gefühl schließen.

Ruhiger sei es dagegen in Ladenburg zugegangen, berichtete der dortige Pfarrer David Reichert; nur wenige Gemeindemitglieder nahmen nach dem Gottesdienst noch an der Versammlung teil, Fragen kamen ebenfalls nicht viele.

Eine ältere Frau monierte die Akustik im Kirchenraum und regte an, den Ton zu verbessern; ein anderer Besucher mahnte an, das Dauerthema Gemeindehaus nun auch im Kirchengemeinderat anzugehen, und von anderer Stelle kam eine ähnliche Anregung wie in Heddesheim: Neu zugezogene Bürger sollten verstärkt in die Gemeinde eingebunden werden. „Doch letztlich“, bemerkte der Pfarrer im Gespräch mit dieser Zeitung, „kann es auch sein, dass am Sonntag ganz andere Themen zur Sprache kommen.“ Beim Gottesdienst geht es dann nämlich um Ziele und Arbeitsbereichen in den kommenden Jahren. diko/stk