Heddesheim

Heddesheim Französische Grundschüler eine Woche zu Gast in der Partnergemeinde

Mit Händen und Füßen klappt die Verständigung bestens

„Die Drittklässler haben das richtige Alter, um unbeschwert eine neue Sprache und eine neue Kultur aufzunehmen“, stellte Birgit Klemm im Atelier der Hans-Thoma-Schule in Heddesheim fest. Die Lehrerin hatte die Idee, die Kooperation mit dem Heddesheimer Kunstverein in den Austausch der Grundschüler einzubinden. Mit Bernd Gerstner, Vorsitzender des Kunstvereins, fand sie einen Verbündeten. Zusammen hatten sie die Idee, Freundschaftssäulen zu erstellen.

Die Vorarbeiten konnte Gerstner im Bauhof erledigen. „Die Kinder sollten ja das fertige Ergebnis ihrer Arbeiten sehen und eine Freundschaftssäule mit nach Hause nehmen können“, so die Idee der Initiatoren. Die 17 französischen Schüler und ihre Heddesheimer Freunde machten sich gemeinsam an die Arbeit. Sie bemalten Baumscheiben, die einen Durchmesser von dreißig Zentimeter haben, beklebten sie mit Fotos und entfalteten ihre Kreativität. Gerstner steckte die Baumscheiben an die Freundschaftssäulen, die sich bewegen lassen.

„Kunst verbindet“ stellte Gerstner fest, der selbst schon in Frankreich ausstellte. „Wir bringen etwas ins Rollen. Immerhin wurde in Mannheim das Rad und das Auto erfunden“, erklärte Birgit Klemm. So war es folgerichtig, dass die Gäste das Technoseum und das Carl-Benz-Museum in Ladenburg besuchten. Bei einer Rallye durch Heddesheim lernten die Schülerinnen und Schüler ihre Partnergemeinde kennen.

„Die Kinder verständigen sich mit Händen und Füßen, sie verstehen sich. An dem Ergebnis kann man es ja sehen“, sagte Claire Felicien, die als Betreuerin mit nach Heddesheim gekommen war. Anais, 9 Jahre, fühlt sich wohl in der Gastfamilie. „Wir machen schöne Spiele. Die Hamburger sind lecker, schmecken mir besonders gut“, erzählte sie. „Bei uns ist anstatt einer Tafel ein großer Bildschirm an der Wand, damit arbeiten wir in der Schule“, erklärte Anais weiter. Fabien ist 10 Jahre alt und findet die deutschen Nudeln besonders exzellent. „Die deutschen Erwachsenen grüßen uns Kinder auf der Straße, das gibt es bei uns nicht“, wunderte sich der Schüler. Die gleichaltrige Margot ist angetan von dem Kricketspiel im Garten, das sie nicht kannte. Mit strahlenden Augen sagte sie: „Im nächsten Jahr komme ich wieder mit dem Jugendaustausch.“

Colette le Goff, Direktorin der Grundschule von Nogent-le-Roi, findet: „Die Schüler sind in diesem Alter offen für andere Kulturen und Sprachen“. Auch Dagmar Knispel, ihre Kollegin an der Hans-Thoma-Schule meint: „Mit dieser Art der Völkerverständigung kann man nicht früh genug anfangen“.

Freude auf ein Wiedersehen

Lehrerin Birgit Klemm berichtet, dass die Kinder sich schon vor einiger Zeit „Steckbriefe“ geschickt hatten. „Anhand der Fotos, der Hobbys und dem Alter konnten sie sich eine Vorstellung machen, mit wem sie es zu tun haben werden“, so Klemm, die sich sicher ist, dass diese ersten Freundschaften eine nachhaltige Wirkung haben werden. Erstaunt war die französische Schulleiterin, dass die Heddesheimer Kinder mit Rollern zu Schule kommen. „Das ist bei uns nicht denkbar, die Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule“, sagte Colette le Goff mit Bewunderung. Herzlich war der Abschied, und das Versprechen, sich wieder zu treffen wurde sehr oft gegeben. Diese Säule wird in Frankreich stehen.