Heddesheim

Heddesheim Schülergruppe „RoboSAParatisten“ gewinnt Regionalwettbewerb / Technikbegeisterter Nachwuchs fährt am 20. Januar zur nächsten Runde nach Offenburg

Mit Lego gegen Weltraumschrott

Archivartikel

„Jetzt haben wir das Problem mit dem Rover geklärt und nun fängt eine weitere Problematik an“, stellt Coach Matthias Schmidt fest. Angesprochen fühlen sich fünf Jungs, deren Hobby die Robotik ist. Erfolgreich haben sich Kiran D’Almeida (10 Jahre), Benjamin Knispel (13), Fabian Knispel (15), Tobias Schmitt (14) und Noah Wentz (15) am Forschungs- und Roboterwettbewerb „Into Orbit“ der First Lego League (FLL) beteiligt. Überlegen haben sie den Regionalwettbewerb Mitte Dezember in Heidelberg als Sieger verlassen und starten nun am 20. Januar in der Hochschule Offenburg.

Das Team mit vier Heddesheimer und einem Ladenburger Schüler hat sich den Namen „RoboSAParatisten“ gegeben. Sie werden von dem Walldorfer Unternehmen SAP unterstützt, den weltweiten Wettbewerb veranstalten die Firma Lego und die US-amerikanische Stiftung First. „Die Firmen wollen auf diesem Weg die Schüler für Technik und Wissenschaft begeistern“, erklärte Dr. Robert Weidenauer, der ebenfalls als Coach tätig ist. Bei der FLL handelt es sich um ein Förderprogramm, das Kinder und Jugendliche in sportlicher Atmosphäre an naturwissenschaftliche Themen heranführt und sie dazu anspornt, komplexe Aufgaben mit kreativen Lösungen und Teamgeist zu bewältigen.

„Unsere Gruppe kommt nicht aus einer Schule, wir sind als Privatteam dabei“, erklärt Schmidt. Teilnehmen dürfen Schüler zwischen neun und 16 Jahren. Angefangen hat es vor einigen Jahren in der Heddesheimer Hans-Thoma-Grundschule. „Wenn Schüler altersbedingt oder aus Zeitmangel aufhören, kommen immer wieder neue Teams zusammen. Jetzt bereits im 11. Jahr“, versichert Dagmar Knispel, die als Mutter ihrer zwei Jungs die gesamte Gruppe mit Essen und Trinken versorgt.

Am Ende der Sommerferien erhalten die teilnehmenden Gruppen die Aufgaben. Bis Mitte September müssen dann Konzepte erstellt, Maschinen entworfen und gebaut, Programme geschrieben werden. „Das machen wir im Team“, informiert Tobias Schmitt.

Die Aufgaben sind in vier Kategorien aufgeteilt. Dazu gehören das „Roboticdesign“, das „Robotgame“, ein Forschungsauftrag und eine Teamaufgabe. Beim Robotgame stehen den Zweiergruppen auf einem drei Quadratmeter großen Tisch zweieinhalb Minuten zur Verfügung, um verschiedene Aufgaben mit den selbstgebauten Lego-Robotern zu lösen. Die Heddesheimer hatten sich beim Forschungsauftrag das Thema „Weltraumschrott – eine Gefahr für die Raumfahrt“ ausgewählt. Sie sind der Meinung, dass dies mit dem Einsatz einer sogenannten Paul-Falle (ein elektrisches Wechselfeld) und einer Recyclingstation gelöst werden kann. Noah Wentz erklärt, wie’s geht: „Magnetfelder, die regelmäßig ihre Richtung ändern, treiben den Schrott in die Mitte, der anschließend eingesammelt wird“. Eine Präsentation ihre Idee gehört auch zu den Aufgaben.

Kraftmaschinen fürs Weltall

Die Jungs trainieren einmal pro Woche. „Die Teamarbeit und Sozialkompetenz während des Wettbewerbs wird von einer Jury bewertet“, sagt Matthias Schmitt. „Der zusammengewürfelte Haufen“, so der Coach, habe die Aufgabe, Probleme von Astronauten bei längeren Aufenthalten im All zu untersuchen. Kraftmaschinen für die Besatzung, aber auch ein Gewächshaus zur Eigenversorgung haben die Jungs entwickelt und bedienen diese mit Robotern. „Mit einem Platz im Mittelfeld wären wir in Offenburg zufrieden“, sagt Fabian Knispel und seine Teamkollegen stimmen zu. Ob sie beruflich in das Thema einsteigen möchten, wissen die Jungs noch nicht: „Da haben wir noch ein paar Jährchen Zeit zum Überlegen“.