Heddesheim

Heddesheim Neues Programm für Smartphones und Tablets entwickelt / Inhalte der Internetpräsenz in abgespeckter Form

Mobile Infos aus dem Rathaus fließen ohne Netz nur spärlich

Die Gemeinde Heddesheim lässt sich jetzt auch in die Tasche stecken: Bürgermeister Michael Kessler hat gestern im Rathaus eine neue Anwendung (App) für mobile Endgeräte wie Tablet und Smartphone vorgestellt. Damit können die Nutzer alle wichtigen Informationen von der Internetseite der Kommune künftig immer bei sich tragen – wenn sie es möchten.

Knapp 6000 Euro hat die Entwicklung der App gekostet, die ab sofort zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung steht. Die Hälfte des Betrages erhält die Gemeinde aus einem Förderprogramm des Landes. „Wir wollten die Bürgerapp voranbringen“, begründet Kessler die Investition. Inhaltlich beschränkt sich die App auf die Inhalte der kommunalen Homepage, die dazu etwas abgespeckt wurden.

Praxistest zeigt Mängel

Einmal heruntergeladen, sind die Informationen auch dann verfügbar, wenn es gerade keine Internetverbindung gibt. Zumindest in der Theorie. Bei einem Praxistest haben wir gestern festgestellt, dass wichtige Inhalte trotzdem eine Internetverbindung verlangen. Beispiel: Wir suchen nach dem Badesee. Offline (also ohne WLAN oder mobiles Netz) wird zwar die Adresse angezeigt, die Lage des Bades im Ortsplan, eine Anfahrtsbeschreibung oder eine Fahrplanauskunft erfordern allerdings eine Verbindung zum Netz. Auch Öffnungszeiten oder Eintrittspreise sind nicht verfügbar.

Das Verzeichnis von Restaurants und Gaststätten sowie ein Branchenverzeichnis sind offline verfügbar, bis hin zu Telefonnummern und Adressen. Der Zugang zum Rathaus bleibt offline hingegen verschlossen. Immerhin ist der Veranstaltungskalender abrufbar, sofern die App vorher (mit Internetverbindung) aktualisiert wurde. „Die Daten werden regelmäßig heruntergeladen, damit sie auch offline verfügbar sind“, erläutert Hauptamtsleiter Christof dazu. 2010 hatte die Gemeinde ihren Auftritt im weltweiten Netz runderneuert, der Dienstleister von damals hat jetzt auch die neue App erstellt.

Und wie steht es mit der Kontaktaufnahme durch die Nutzer? Kann man Schlaglöcher oder andere Mängel per Wischbewegung auf dem Bildschirm des mobilen Gerätes direkt ins Rathaus schicken? „Das ist aktuell nicht geplant“, antwortet Bürgermeister Kessler. Zur Begründung erklärt er, eine solche Funktion würde eine zu große Erwartungshaltung wecken: „Das gibt dann viel Verdruss.“ Denn es könne nicht alles sofort erledigt werden, wirbt er um Verständnis.

Künftig mehr Dienstleistungen

Trotzdem steht die Kommunikation mit den Bürgern für Kessler ganz oben auf der Dringlichkeitsliste. „Wir werden einige Dienstleistungen künftig per Smartphone anbieten müssen“, erklärt er. Auch dazu hat sich die Gemeinde um eine Förderung durch das Land beworben: „Wir sind gespannt.“

Zusätzliche Angebote sind aber auch in der gestern vorgestellten App denkbar, wie der Hauptamtsleiter ergänzt. Arbeiten müssen die Gemeinde und ihr Dienstleister aber auch noch an den Kinderkrankheiten. Denn momentan stimmt nicht ganz, was in der Liste der Inhalte als Vorteil präsentiert wird: „Schlechte Internetverbindung? Kein Problem. Die Heddesheim-App funktioniert auch offline.“