Heddesheim

Heddesheim Kabarettist Arnim Töpel begeistert sein Publikum mit dem Programm „Masterbabbler“ im Bürgerhaus

Mundart mal anders: Blues im Kurpfälzer Dialekt

„Un, alles gut geloffe?“ – nach drei Zugaben und langanhaltendem Applaus des Publikums war das Fazit des Kabarett-Abends mit Arnim Töpel wohl eindeutig. Der Künstler ist einer der eifrigsten Vertreter des Kurpfälzer Genres und war mit einem Querschnitt seines Programms „Masterbabbler“ vergangenen Freitag im Heddesheim Bürgerhaus zu Gast. Eingeladen hatte die Gemeindebücherei.

Restlos ausverkauft

Schicker grauer Anzug, weißes Hemd. Da zeigte sich nach 20 Jahren Bühne immer noch der Advokat. „1108 Tagen seit dem letzten Besuch, ist er endlich wieder bei uns aufgeschlagen“, freute sich Annette Eyckmann, Leiterin der Gemeindebücherei über den Besuch von Töpel. Gekommen waren rund 80 Gäste aus Heddesheim und Umgebung, um dem „Masterbabbler der Kurpfalz“ zu lauschen – die Veranstaltung war restlos ausverkauft.

Der in Heidelberg geborene, und in Walldorf lebende Arnim Töpel liebt die leisen Töne und den Blues. Der gelernte Jurist, ehemalige Fernsehmoderator (Saarländischer Rundfunk/Südwestfunk) und Radio-Sprecher (Südwestfunk/Südwestrundfunk) wurde für seine musikalischen Darbietungen sowie als Sprachkünstler bereits mehrfach ausgezeichnet.

Aber auch als Mundart-Krimischreiber mit seinem „Kommissar Günda“, „Der Tschief vun doo“(Der Chef von hier) und seinem Kurpfalz-Hit „Hallole, isch bins, de Günda!“ feierte der Künstler viele Erfolge. Schon sein Debüt-Programm „Sex ist keine Lösung“ brachte ihm den Deutschen Kleinkunstpreis ein. 2014 bekam er die Hermann-Sinsheimer-Plakette für seine Verdienste um die heimatliche Sprache.

Töpels unverwechselbares Markenzeichen ist allerdings der übergangslose Mundartwechsel zwischen Hochdeutsch und Kurpfälzisch. So war das Programm am Freitagabend ein dreisprachiger „Gugge-mer-mol“ Abend, der zwischen Hochdeutsch, Kurpfälzisch und Musik wechselte.„Heute geht es massiv um den Dialekt“ verkündete er gleich zu Beginn. Töpel zeigte den begeisterten Zuhören was „Mundart Grooves“ bedeutet, nämlich Blues in Kurpfalzausgabe. „Ein Dialekt unterscheidet sich nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Dorf zu Dorf“, merkte er an. Der Kabarettist erklärte den Unterschied zwischen „dabbisch“ und „bleed“, „loss die Posse“ und die Steigerung davon „mach kä Ferz“ und trällert dem „Lieschebeidel“, (Lügenbeutel) am E-Piano kein gutes Lied.

Töpel spielte mit dem Kurpfälzer Dialekt und spannte ein Gewirr aus den wildesten Sprachwendungen: „In Sunn (Sonne) is kee O, awwer im Ohmer (Eimer).“ Seine linguistischen Erklärungen nahmen immer mehr an Fahrt auf: „Dabbschedel“, „Schnorres“, „worschtegal“, „her blos uff“, „hajo“ oder „alla hopp“ – die Beispiele für das Kurpfälzische Vokabular waren vielseitig. Trotz, oder gerade wegen seiner sprachlichen Redegewandtheit behielt der Kurpfälzer Dialekt über den Abend hinweg immer die Oberhand und das auch, um mit dem authentischen Programm den Erhalt von Dialekten zu unterstreichen. mic