Heddesheim

Heddesheim „Museum im Koffer“ macht Station an der Freizeithalle / Archäologie zum Anfassen

Nägel schmieden wie die Kelten

Archivartikel

Ferienzeit – das heißt für die Gemeindebücherei Heddesheim: Besuch vom Nürnberger „Museum im Koffer“. Jedes Jahr hat das reisende Museum etwas anderes anzubieten, und in dieser Woche nun war „Das Leben der Kelten“ mit im Gepäck. „Dieses Mal sind ausnahmsweise auch Sechsjährige mit dabei“, erklärte Bücherei-Mitarbeiterin Karin Ruland dem „MM“ und fügte hinzu: „Normalerweise dürfen sich erst Kinder ab einem Alter von acht Jahren anmelden, wir sind aber genug Helfer, so dass wir einen perfekten Überblick haben.“

Seit Jahren schon zu Gast

Das „Museum im Koffer“ macht schon seit Jahrzehnten Halt im Ort, seit einigen Jahren findet das Angebot an der Freizeithalle statt. „Der Platz hier eignet sich sehr gut für uns, da das Programm bei allen Witterungsverhältnissen stattfinden kann“, freute sich Elisabeth vom mobilen Museum. An dem Tag schien die Sonne, und alles spielte sich im Freien ab.

Auf der großen grünen Wiese unter dem Schatten der Bäume saßen die 27 Kinder im Kreis und hörten gebannt zu. Mittendrin lag ein Skelett, das viele staunen ließ. Elisabeth hatte sehr interessante Informationen über die Kelten und deren Leben dabei. „Woran erkennt ihr denn, dass es sich hierbei nicht um einen Mann handelt? Was fehlt?“ Die lustigen Antworten brachten die Runde zum Lachen. Die richtige lautete: Das Schwert! Dieses nämlich fehlte neben dem Skelett im Grab, was unter anderem das weibliche Geschlecht bewiesen habe.

Mithilfe von Figuren aus der Comicreihe „Asterix und Obelix“ lernten die Heranwachsenden zudem spielerisch etwas über die damaligen Hierarchien. Doch nicht nur die Figuren hatte das mobile Museum in petto, sondern auch Steine. Einer davon war ein Salzstein. Durch den Abbau von Salz galten die Kelten als reich – und dass Salz damals auch „Hall“ genannt wurde, ließ die Jungen und Mädchen an Städte wie „Schwäbisch Hall“ denken. Der nächste Stein bestand aus Eisenerz. Hierzu wurde den jungen Wissenshungrigen erklärt, dass das Eisen zu Barren und danach zu Schwertern oder Schüsseln bearbeitet wurde.

Nach der Theorie ging es an die Praxis. An den verschiedenen Stationen durften sich alle austoben. Es wurden Tassen und Schüsseln aus Ton getöpfert, Gemüse für einen keltischen Linseneintopf geschnitten und sich natürlich auch mit Schwert und Schild verkleidet. Mit riesigen Mörsern durfte Weizen gemahlen werden, Schmuck wie Ringe oder Armbänder wurde aus Draht gezaubert, und als Höhepunkt konnten sich die Kinder an einer sogenannten Esse Eisennägel selbst schmieden. Die kleinen Kelten waren fasziniert von allen Aufgaben, die sie mit viel Enthusiasmus erledigten.

Auch Karin Ruland von der Gemeindebücherei Heddesheim war glücklich: „Das Museum zum Anfassen macht auch uns Erwachsenen großen Spaß, und das Essen ist außerdem wirklich sehr lecker!“ Elisabeth vom „Museum im Koffer“ schwärmte vom tollen Team und den beigeisterten Kindern: „Wir kommen immer sehr gerne nach Heddesheim“, versicherte sie.