Heddesheim

Heddesheim Bei Unwetter dringt Regen in die Technik-Räume ein / Dachsanierung steht im Sommer ohnehin an

Nordbadenhalle 2 bleibt nach Wasserschaden vorerst gesperrt

Noch in diesem Sommer soll das Dach auf dem Gebäudeteil zwischen der Nordbadenhalle 1 und 2 saniert werden. Doch das Wetter schert sich nicht um Termine. Der sintflutartige Regen hat am frühen Montagabend dazu geführt, dass Wasser in das Gebäude eingedrungen ist. Bis auf Weiteres ist die Nordbadenhalle 2 jetzt nicht nutzbar.

Im Foyer zwischen der alten und der neuen Halle stehen gestern hier und da noch Eimer, darüber tropft es aus der Decke. Die Luft ist warm und stickig; es riecht, wie in einem modrigen Waschkeller. Am Abend vorher muss es hier verheerend ausgesehen haben, besonders unten, im Bereich der Umkleiden. „Das Wasser ist durch die Deckenlampen in den Flur gelaufen“, berichtet Hausmeister Rolf Klemm.

Schuld ist eine undichte innenliegende Rinne des Daches, wie Stefan Bessler und Jürgen Beck vom Bauamt gestern beim Vor-Ort-Termin erläutern. „Dass wir da Probleme haben, wissen wir schon länger“, erklärt Bessler. Deswegen war die Sanierung für den Spätsommer vorgesehen. Im Juni soll der Gemeinderat die Arbeiten vergeben. Nach der Sanierung soll das Regenwasser künftig anders abgeleitet werden. Am Montag suchte es sich seinen Weg dagegen ins Gebäude – und lief dort ausgerechnet in den Regieraum und den darunter liegenden Technik-Raum. Dort stehen die verschiedenen Verteilerschränke, unter anderem auch für die Sprechanlage und die Lüftung. Schlimmstenfalls hätte es einen Kurzschluss und einen Brand geben können, erklärt Bessler. Aus Sicherheitsgründen müsse das Gebäude jetzt erst mal vom Stromnetz genommen werden.

Wie hoch der Schaden ist, lässt sich derzeit noch nicht absehen. „Von Null bis locker mehr als 100 000 Euro für den Fall, dass die ganze Technik ausgetauscht werden muss“, wagt der Rathausmitarbeiter noch keine Prognose. Ein Elektriker werde die Anlagen zunächst genauer untersuchen. „Das Gebäude samt Technik wird im August 30 Jahre alt“, sagt Klemm. Ersatzteile seien, wenn überhaupt, nur noch als Gebrauchtteile zu bekommen. „Voraussichtlich eine Woche muss die Halle gesperrt bleiben“, schätzen die Männer vom Bauamt. Vielleicht auch länger – je nachdem, wie sich der Schaden schließlich darstellt. In dieser Zeit werden Lüfter aufgestellt, um die Feuchtigkeit aus dem Gebäude zu ziehen.

Ansonsten im Ort kaum Schäden

Abgesehen von der Nordbadenhalle ist Heddesheim von größeren Unwetterschäden weitgehend verschont geblieben. „Wir sind wieder glimpflich davon gekommen“, sagt Feuerwehr-Kommandant Dieter Kielmayer. Zu tun hatten seine Kameraden dennoch. Drei Mann waren im Führungsstab Rhein-Neckar, der die Einsätze koordinierte. Mit zwei Fahrzeugen halfen die Heddesheimer in Hemsbach, wo das Unwetter schwer wütete. In Heddesheim beschäftigten lediglich ein vollgelaufener Keller und ein umgestürzter Baum beim Hundeplatz die Helfer. Kurios: Erst am Nachmittag hatte die Feuerwehr ihren neuen Gerätewagen in Betrieb genommen. „Um 15 Uhr haben wir das alte Fahrzeug aus der Halle geholt und das neue reingestellt. Bis zum Abend haben wir es schon zweimal gebraucht“, erzählt Kielmayer und ergänzt: „Es ist noch nicht einmal offiziell übergeben.“