Heddesheim

Edingen-Neckarhausen Improvisationstheater-Gruppe „Szenemacher“ begeistert Publikum

Ohne feste Texte, aber mit viel Herzblut

Archivartikel

Theater der anderen Art ließ sich jetzt in Edingen erleben: Die Improvisationstheater-Gruppe „Szenemacher“ gab ein Gastspiel vor mehr als 60 begeisterten Gästen. Zur Show „Wie im siebten Himmel“ passte auch die Örtlichkeit in den Ausstellungsräumen der Polsterwarenfabrik Lipowa. 2016 hatte sich die Gruppe bei Workshops in Mannheim kennengelernt, „und dabei mit dem Impro-Virus infiziert“, erzählte Ensemblemitglied Marcus Rohr.

Die Gruppe besteht aktuell aus Mira Strauß, Caro Karwarth, Edda Glanz, Ines Joneleit, Ilse Wagner, Markus Rohr und Roland Surblys (Hammondorgel und Akkordeon) als musikalische Begleitung. Wer Theaterspielen liebe, aber „keinen Bock auf Texte lernen“ habe, sei bei den „Impros“ gut aufgehoben.

Denn beim Improvisationstheater findet alles im jeweiligen Moment statt: Handlung und Figuren entstehen im Augenblick und werden von Wünschen und Vorgaben des Publikums mitgestaltet. Das geschieht durch Zuruf sowie mehr oder weniger geistreiche Wörter oder Sätze auf Sprechzetteln. „Irgendwas kommt immer dabei raus“, weiß Mira Strauß zu berichten.

In der „Emo-Achterbahn“

Aber erstmal mussten die fünf Damen und Markus Rohr locker werden, Hirn und Mundwerk in Schwung bringen. Das „Warmlaufen“ mit dem Sketch „Föhn“. Jede neue Aktion begann mit dem lautstarken Einzählen vom Publikum. Danach folgten „Herzblatt“ oder die „Emo-Achterbahn“, in der die Darsteller ständige Emotionswechsel hinlegten.

Mit „Letzter Satz – erster Satz“ ging es dann mit „letzter Kraft“ in die Pause. Danach sollte das Publikum das Thema vorgeben. Heraus kam „Der schnelle Zug“ als „Film über 17 Stunden“ konzipiert. Da war Platz für reichlich Gelächter. Die Anwesenden waren später gefordert, ihre Ideen auf Sprechzetteln kundzutun. Letztendlich erfreute das ganze Ensemble noch mit gemeinsamem Gesang. Der „Gospelsong“ ließ den Abend noch mal Revue passieren. Was da auf die Bühne gebracht wurde, war mit Herzblut gespielt. Das fanden auch die Anwesenden, die reichlich Beifall spendeten.

Die meisten Akteure sind in Heidelberg und Mannheim zu Hause, Mira Strauß und Markus Rohr in Edingen-Neckarhausen. Alles echte „Kurpälzer“ also. Vor etwas mehr als sechs Monaten haben sich die Szenemacher mit ihrer vorigen Show „Mix‘n Match“ von ihrer alten Spielstätte – dem Alten Nordbahnhof in Edingen – verabschiedet. Seit September agieren sie in Zusammenarbeit mit dem Kleinkunstimperium Mannheim als Improtheater Mannheim. Strauß und Rohr als Mitbegründer des neuen Theaters sind „begeistert von dieser total neuen Location“ in der Mittelstraße in der Neckarstadt-West. Passend dazu heißt die neue Show „Tribute vun Monnem“.

Wie immer war der Eintritt frei. Nach Ende der Show hatte man jedoch die Möglichkeit, seiner Freude Ausdruck zu verleihen und einen Obolus in den Hut am Ausgang zu entrichten. Der Hut war gut gefüllt. Zur Info: Das Ensemble ist auch für private Feste buchbar. mic