Heddesheim

Heddesheim Kandidaten der Grünen wollen bei Kommunalwahl mit Sozialem, Verkehr und Umwelt punkten

„Ortskern für Radfahrer und Fußgänger sicherer machen“

Das Wahlprogramm ist noch nicht gedruckt, die Schwerpunkte stehen für die Heddesheimer Grünen aber schon fest: Vor allem mit den Themen Umwelt, Verkehr und Soziales wollen die Kandidaten zur Gemeinderatswahl bei den Bürgern punkten. Im Gespräch erläutern Günther Heinisch und Sabrina Arns, Platz 1 und Platz 3 der Liste, wofür sich sie und ihre Mitbewerber auf dem Wahlvorschlag der Grünen einsetzen wollen.

Soziales: Als Mutter von drei Kindern im Alter zwischen zwei und neun Jahren liegen Sabrina Arns (37) die Themen Schule und Kinderbetreuung besonders am Herzen. Deswegen begrüßt sie das neue Ganztagskonzept der Grundschule, das es nun zu begleiten gelte. Ihr ist klar: „Das muss wachsen.“ Aber wenn es nötig werde, müsse man auch nachbessern können. Bei der Ganztagsbetreuung im Kindergartenalter gebe es in der Gemeinde „noch Luft nach oben“, findet sie zudem – auch wenn mit der Erweiterung des kommunalen Kindergartens ein wichtiger Schritt getan werde. Die Verteilung von Kita-Plätzen über eine zentrale Datei hielte sie für sinnvoll und setzt dabei auf die Digitalisierung. Vor allem Eltern, die ihre Kleinkinder von Tagesmüttern betreuen lassen, hätten es zuweilen schwer, einen Anschluss-Platz im Wunsch-Kindergarten zu erhalten.

Auch die Betreuung älterer Menschen wollen die Grünen in den Fokus rücken. „Wir sind froh, dass es das Pflegeheim gibt, es werden aber weitere Kapazitäten notwendig werden“, prognostiziert Heinisch. Besser als die Randlage eigne sich dafür der Ortskern – Stichwort Teilhabe. Auch müssten die Betreuungsangebote möglichst flexibel sein.

Um generell bezahlbaren Wohnraum für Jung und Alt zu schaffen, bringen die beiden ein genossenschaftliches Modell ins Spiel, gegebenenfalls als interkommunale Kooperation. „Reihenhäuser für 600 000 Euro im Neubaugebiet können das Problem jedenfalls nicht lösen“, sagt Heinisch. Die damit verbundene Flächenversiegelung sehen die Grünen ohnedies kritisch.

Verkehr: „Wir brauchen keine Ringstraße“, sind Heinisch und Arns überzeugt und verweisen auf das Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde, das in der Schaafeckstraße über die Lärmaktionsplanung erreicht wurde. Damit habe sich auch der Schwerverkehr im Ort verringert, verweist Heinisch auf ein aktuelles Verkehrsgutachten. Vor Schulen, Kindergärten und Altenheimen sei Tempo 30 ebenfalls auf gutem Weg. Für entlastende Maßnahmen gelte es, weiterhin „dicke Bretter“ zu bohren. Dies auch, um den Ortskern für Fußgänger und Radfahrer sicherer zu machen. Leihfahrräder seien zwar sinnvoll, aber auch damit müsse man sicher vorankommen. „Hier müssen wir uns gute Konzepte überlegen“, sagt Heinisch. Denkbar seien eventuell Einbahnstraßen-Regelungen. „Vielleicht gelingt es eines Tages sogar, wenigstens eine der Durchgangsstraßen herabzustufen“, will er nicht alles verwerfen, was derzeit aussichtslos erscheint.

Klima und Umwelt: „Die Natur verhandelt nicht“, unterstreicht Heinisch die Dringlichkeit des Klimaschutzes auch auf lokaler Ebene. Maßnahmen dazu scheiterten derzeit jedoch meist an „der Blockadepolitik im Gemeinderat“, sagt der Fraktionschef der Grünen und erinnert an die Anträge auf ein Begrünungskonzept oder einen Umweltmanager. Dass Heddesheim „grüner“ werden müsse, gelte aber nicht nur politisch. „Nur noch Steinwiesen wo einmal Gärten waren“, sieht Sabrina Arns mit Sorge und ergänzt: „Das muss eine Kommune aber auch vorleben.“ Dem Mikroklima – Stichwort Sommerhitze – und der Artenvielfalt käme ein konsequentes Flächenentsiegelungs- und Begrünungskonzept zugute, erklären die beiden Kandidaten.

Die Nitratwerte im Trinkwasser erforderten langfristig ebenfalls eine Lösung. „Auch im Tiefbrunnen gehen die Werte hoch“, mahnt Heinisch. Aus diesem Brunnen des Lobdengauverbands bezieht die Gemeinde nitratärmeres Wasser, um es dem aus den eigenen Flachbrunnen zuzumischen. Begrüßenswert sei das geplante Energiekonzept fürs Sportzentrum – mit der Einschränkung, dass es klimaneutral sein müsse: „Sonst hat es keinen Zweck.“