Heddesheim

Heddesheim Gemeinderat beschließt Satzung für „Mitten im Feld II“ / Keine Einwände von Bürgern eingegangen

Planung für Neubaugebiet abgeschlossen

Archivartikel

Es ist vollbracht: Nach monatelanger Vorbereitung, vielen Beratungen und Beschlüssen hat der Heddesheimer Gemeinderat das Bebauungsplanverfahren für das rund acht Hektar große Neubaugebiet „Mitten im Feld II“ abgeschlossen. Der Satzungsbeschluss fiel in der jüngsten Sitzung bei zwei Gegenstimmen von Günther Heinisch und Kurt Klemm aus der Fraktion der Grünen.

Auf der Fläche, die direkt an den ersten Bauabschnitt anschließt, sollen ab Sommer 2020 in Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern rund 220 Wohneinheiten mit Platz für gut 500 Bewohner entstehen. Außerdem ist ein Sondergebiet für die geplante Ansiedlung eines Discounters und eines Drogeriemarktes geplant.

„Wir sind auf der Zielgeraden“, freute sich Bürgermeister Michael Kessler. Als bemerkenswert bezeichnete er die Tatsache, dass es in der jüngsten Beteiligungsrunde keinerlei Einwendungen von Bürgern gegeben habe. Lediglich einige Behörden hatten ihre Stellungnahmen abgegeben – zum allergrößten Teil zustimmend, wie Planerin Petra Schippalies erläuterte. Zu wesentlichen Änderungen im Bebauungsplan hätten die wenigen Anmerkungen nicht geführt. So habe es nur einige redaktionelle Anpassungen gegeben. Bedenken der IHK hinsichtlich der Ansiedlung der neuen Märkte könne das eingeholte Gutachten widerlegen: „Die regionalplanerische Vorgabe der verbrauchernahen Versorgung wird eingehalten, das ist das Wichtigste“, betonte sie.

Damit der Bebauungsplan in Kraft treten kann, wird im Parallelverfahren der Flächennutzungsplan des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim geändert. Denn aktuell sieht er für die acht Hektar lediglich ein Wohngebiet vor, aber keine Fläche für Nahversorgung. Deswegen muss auch die Satzung zunächst vom Landratsamt genehmigt werden, erläuterte Kessler. Im Sommer, wenn der Umlegungsausschuss nochmals getagt hat, soll auch die Neuzuteilung der Grundstücke in trockenen Tüchern sein.

„Es gibt viele Wünsche nach Wohnungen und Bauplätzen“, begrüßte CDU-Fraktionschef Josef Doll die Planungen ausdrücklich. Er lobte die Mischung verschiedener Wohntypen nebst Schaffung von sozialem Wohnraum und Verbesserung der Nahversorgung.

„Das Neubaugebiet entspricht unseren Vorstellungen von Wachstum“, sagte auch Frank Hasselbring (FDP), der „so langsam schon an Mitten im Feld III denken“ möchte. Das will Grünen-Fraktionschef Günther Heinisch „noch lange nicht“, wie er sagte: „Flächenversiegelungen in dieser Größenordnung sehen wir kritisch.“ Gleichwohl attestierte er dem Neubaugebiet auch positive Aspekte – eben die Schaffung von sozialem Wohnraum „zumindest in Teilbereichen“ sowie die verbesserte Grundversorgung.

Das Ganze im Blick

„Der Gemeinderat denkt schon immer an alle drei Bauabschnitte“, erinnerte ihn Bürgermeister Kessler. Bei der Planung und Entwicklung habe man schon bislang das Gesamtgebiet vor Augen gehabt. Mit der Folge, dass viele Aspekte aus dem ersten Abschnitt direkt übernommen werden konnten: „Wir mussten nicht alles neu definieren, davon haben wir profitiert.“

Der Druck auf den Wohnungsmarkt sei vorhanden, das Neubaugebiet könne einen Teil zur Entlastung beitragen. „Es wird nun Aufgabe des Gemeinderats sein, die Rahmenbedingungen für bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“