Heddesheim

Heddesheim Gemeinderat vergibt Erschließung an private Gesellschaft / Verwendung kommunaler Bauplätze noch offen

Private Bauherren könnten „Mitten im Feld II“ leer ausgehen

Archivartikel

Der zweite Abschnitt des Neubaugebietes „Mitten im Feld“ in Heddesheim rückt näher. Gestern Abend hat der Gemeinderat einem städtebaulichen Vertrag mit dem Erschließungsträger zugestimmt. Die Gesellschaft für kommunale Baulanderschließung (GkB) übernimmt diese Aufgabe.

Bis in dem rund acht Hektar großen Areal gebaut werden kann, wird es allerdings noch Monate dauern. „Bis Ende des Jahres wollen wir das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen haben“, kündigte Bürgermeister Michael Kessler im Gespräch mit dem „MM“ an. Voraussichtlich im Mai oder Juni werde der städtebauliche Entwurf im Gemeinderat diskutiert. Auch Gespräche mit den Grundstückseigentümern stehen noch aus. Sie sollen im Laufe des Monats April erfolgen.

Ob und in welchem Umfang private Häuslebauer kommunale Grundstücke kaufen oder in Erbpacht erhalten können, ist allerdings noch völlig offen, wie Kessler betont. Das hänge von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Denn Baugrund der Gemeinde soll wahrscheinlich auch dafür verwendet werden, sozialen Wohnungsbau zu realisieren und das Angebot an Pflegeplätzen und seniorengerechtem Wohnen auszubauen.

Betreute Altenwohnungen waren bereits „Mitten im Feld I“ stark nachgefragt. Klassische Einfamilienhaus-Bauplätze gab es dagegen aus kommunaler Hand nur 15, und die waren so begehrt, dass die Gemeinde nur einem Viertel der Interessenten damit dienen konnte.

Neben verschiedenen Formen von Wohnhäusern könnte in dem Neubaugebiet auch Einzelhandel angesiedelt werden. „Lebensmittelmärkte sollen dorthin, wo die Menschen wohnen,“ erklärte Gerhard Beck im Juli vergangenen Jahres bei der Vorstellung des Einzelhandelskonzeptes im Gemeinderat. Der Experte der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mit Sitz in Ludwigsburg schlägt deshalb dort einen – möglichen – Standort für einen zweiten Supermarkt im Ort vor. Auch ein Markt mit Drogeriewaren, der seit der Schlecker-Pleite in Heddesheim fehlt, sei dort denkbar, erläuterte der Fachmann. Rein flächenmäßig würden ein Discounter und ein Drogeriemarkt auf gemeinsamer Anlage mit Parkplätzen etwa 5000 Quadratmeter benötigen, wie Beck damals auf Nachfrage erklärte.

Doch bevor derartige Ideen in die Tat umgesetzt werden können, geht es jetzt erst einmal an die Planung. Dabei arbeitet die Gemeinde mit dem gleichen Team zusammen, das bereits beim ersten Abschnitt des Baugebietes tätig war. Davon verspricht man sich deutliche Vorteile, weil die Büros bereits über die örtlichen Gegebenheiten im Bilde seien. Die städtebauliche Planung übernimmt das Büro PS Schippalies aus Karlsbad, die Kosten dafür belaufen sich auf 60 000 Euro. Der Auftrag für die Erschließungsplanung geht für 200 000 Euro an das Büro Wald und Corbe aus Hügelsheim.