Heddesheim

Heddesheim Ehrenamtliche Naturschützer und Gemeindemitarbeiter richten Biotop beim Landschaftspflegetag her / Insektenhotel neu ausgestattet

Refugium für Fasane, Hasen und Vögel

Archivartikel

Dunkle Wolken am Samstag über dem durchweichten Gelände zwischen Viernheim und Heddesheim: Hoffentlich hält das Wetter beim Landschaftspflegetag, und die ehrenamtlichen Naturschützer werden vom großen Regen verschont! Der Wunsch aller Beteiligten geht soweit in Erfüllung. Um die Mittagszeit öffnet der Himmel zwar seine Schleusen. Es wird etwas nass auf dem Biotop, wo die freiwilligen Akteure des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Gemeindemitarbeiter des Heddesheimer Bauhofs im Nieselregen das knapp ein Hektar große Areal bis gegen 13 Uhr in Arbeit haben.

Drei Aufgaben vorgenommen

Gleich mehrere Akteure arbeiten nicht nur an diesem Tag Hand in Hand: Die Männer des Bauhofs hatten das Areal bereits vorbereitet, schon mal Büsche beschnitten und den Boden gemulcht, wie Bauhof-Leiter Wolfgang Unverricht berichtet. Drei Aufgaben haben sich dann für Samstag Katrin Naumann vom Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar (LEV) und Maria Landenberger vom BUND-Ortsverband mit ihren Naturschützern gestellt: Gehölzrückschnitt, wieder professionell unterstützt von den Motorsägen der Bauhof-Mitarbeiter, aber auch per Hand von „Kollegen“ wie Uwe Pietsch mit der Heckenschere. Das Anlegen einer Benjes-Hecke (siehe Infobox) steht ebenfalls auf dem Programm. „Nicht schwer mit Schnittgut“, meint der ehrenamtlicher Helfer Klaus Wagner. Außerdem wird ein großes Insektenhotel mit neuen Nistmaterialien ausgestattet und durch Rodungen etwas aus dem Schatten genommen. „Auch gibt’s bald eine neue Hinweistafel auf das Biotop“, ergänzt Maria Landenberger. Ein Bauer habe mit seinem Traktor das alte Schild an der Ecke des Geländes beschädigt. Als optische Begrenzung schlägt Günter Urban mit Hilfe von Nelly eine Reihe Pfähle in den Boden.

„Die Büsche müssen entfernt werden, damit das Biotop zwischen der Ackerlandschaft entstehen kann“, erklärt Katrin Naumann. Aber auch einige wenige Bäume werden gefällt. „Hier soll kein Wald entstehen“, begründet die Frau vom LEV die Aktion. Fünf Fasane habe sie gerade beobachtet, aber auch für Hasen, Bussarde und Singvögel sei das Gelände gedacht. Auch Rehe schätzen wohl das Rückzugsgebiet auf Heddesheimer Flur.

„Wir sind froh über die Initiativen der Naturschützer“, begrüßt Bürgermeister Michael Kessler bei seiner Stippvisite die Initiative des BUND, der das Gelände an der Radachse Viernheim-Heddesheim schon viele Jahre betreut. Das Areal vor Verwilderung schützen, nicht alles nur der Natur überlassen, den Pflegebedarf verbessern, das sei die Zielsetzung. Heddesheim sei schon seit 2013 Gründungsmitglied des Landschaftserhaltungsverbandes, habe in den vergangenen Jahren dreieinhalb Hektar Blühwiesen und eine Streuobstwiese anlegen lassen, führte Kessler aus.

Diesmal nehmen der BUND, der Landschaftspflegeverband und die Gemeinde das Biotop am Radweg gemeinsam unter ihre Fittiche. „Hat Spaß gemacht, wir haben geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Die Arbeit war wichtig“, sagt Günter Urban am Ende des Aktionstages.