Heddesheim

Heddesheim Rat will Neubau auch für andere Mieter öffnen

„Reines Ärztehaus nicht realisierbar“

Ohne Diskussion hat der Gemeinderat von Heddesheim in seiner jüngsten Sitzung die erste Änderung im Bebauungsplan fürs Ärztehaus auf den Weg gebracht. Ziel der neuen Regelung: In dem zweigeteilten Gebäude, das derzeit an der Ecke Schaafeck-/Werderstraße entsteht, sollen sich auch Büros, Kanzleien oder ähnliche Mieter ansiedeln können. Derzeit ist die Nutzung auf Ärzte oder andere Anbieter aus dem medizinischen und gesundheitlichen Sektor beschränkt. Bekanntlich zeigten die jedoch weniger Interesse, als von den Projektentwicklern erwartet.

„Trotz intensiver Bemühungen ist es dem Vorhabenträger nicht gelungen, die Räume komplett mit ärztlichen Nutzungen zu belegen“, fasste Bürgermeister Michael Kessler die Ausgangslage zusammen. Gründe dafür gebe es viele, allen voran die regionalen Zulassungsbeschränkungen. „Ein reines Ärztehaus wird an der Stelle nicht realisierbar sein“, bilanzierte er. Einer Öffnung für andere Nutzer könne man sich kaum entgegenstellen: „Die Konsequenz wäre, dass die Räume leerstehen.“ Den Markt könne man schließlich auch nicht durch einen Gemeinderatsbeschluss beeinflussen. Dennoch sei es weiterhin Priorität, dort Mediziner oder Betriebe aus dem Sektor anzusiedeln. Im weiteren Verfahren wolle man „gemeinsam mit dem Projektentwickler schauen, was noch möglich ist“.

Grünen-Gemeinderat Günther Heinisch wollte wissen, ob die Änderung Auswirkungen auf Stellplatzsituation habe. Wie Kessler sagte, wisse man dies erst, wenn man die konkrete Nutzung kenne: „Es könnte sich ändern, aber bei normaler Büronutzung eher nach unten.“

Weil der Platz auf dem Grundstück und in der Tiefgarage des Neubaus nicht dafür ausreicht, sollen nach derzeitigem Stand bekanntlich auch auf der gegenüberliegenden Seite der Schaafeckstraße neue Parkplätze fürs Ärztehaus geschaffen werden. agö